1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Leverkusen: Kunst bei Nacht ist der Renner

Leverkusen : Kunst bei Nacht ist der Renner

Das Museum Morsbroich war offizieller Startpunkt der 8. Leverkusener Kunstnacht, die am Freitag an einigen Stellen bis nach Mitternacht dauerte. Dort gab es neben Profikunst Arbeiten von Schülern und einer Kreativgruppe zu sehen.

Allen Zeitgespenstern, die derzeit Thema der aktuellen Kunstausstellung im Museum Morsbroich sind, und manch unerklärlichem Erlebnis des Haustechnikers zum Trotz: Es spukt nicht wirklich im Schloss. Vor drei Wochen haben die Ghosthunter NRW das Gebäude auf paranormale Phänomene überprüft. Die Auswertung von Ton- und Bildaufnahmen präsentierten sie am Freitag während der 8. Leverkusener Kunstnacht, die Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn offiziell eröffnete.

"Das Ergebnis ist ziemlich eindeutig", sagte Ghosthunterin Melanie Schindler, "wir haben nichts Gravierendes gefunden." Weder unerklärliche Stimmen noch andere Phänomene registrierte das Team bei der Untersuchung von Jagdzimmer, großem und kleinem Spiegelsaal. In dem ehemaligen Damenzimmer habe sich die Flamme von Kerzen auf Zuruf bewegt.

Aber dieses Zeichen war für Melanie Schindler kein ausreichender Hinweis auf die Anwesenheit auf Geister. Ein solches Experiment mit Kerzen hatte das Team nämlich zum ersten Mal probiert. Weder Tonbandaufzeichnungen noch der Trifeldmesser hätten etwas ergeben. "Wir dichten nichts hinzu und verfälschen nichts", betont Schindler. Auch die Beobachtung draußen am Familiengrab der von Diergardts war für sie nicht hinreichend. Auf einem der zahlreichen Fotos war zwar die Andeutung eines Pferdekopfes zu sehen, für den eine natürliche Erklärung fehlt. Doch mehr war nicht. Das Spuken und die Auseinandersetzung mit geisterhaften Phänomenen hat man den Künstlern überlassen, deren Arbeiten seit Freitagabend in einer ungewöhnlichen Museums-Ausstellung zu entdecken sind. Und die haben alle Facetten ausgeleuchtet.

Während Buchhorn Museumsschau sowie Kunstnacht eröffnete und allen Kunsttouristen paranormale Erfahrungen für den Abend wünschte, bereiteten sich nebenan beim Kunstverein begeisterte Schüler auf den Besucheransturm vor. Mehrere Stufen der Gesamtschule Schlebusch hatten zur Ausstellung "Face" beigetragen. Kunstlehrer Engelbert Engel hatte dazu die Dateien vom Schul-Fotografen besorgt. Kopien ihrer Porträts haben die Schüler dann mit Stift, Computer oder diversen Materialien ergänzt. "Das war viel Arbeit aber sehr lustig", sagt die 13-jährige Franziska Blackert.

(mkl)