Leverkusen Küppersteger sind schockiert

Leverkusen · Nach dem brutalen Überfall am Bahnhof vergangene Woche fühlen sich viele Küppersteger nicht mehr sicher. Sie fordern eine Videoüberwachung desBahnsteigs. Unterdessen meldet sich die Mutter des Opfers zu Wort.

 Der Bahnhof Küppersteg gestern gegen 13 Uhr. Hier ist eigentlich immer etwas los. Nach dem Raubüberfall der vergangenen Woche am hellichten Tag ist einigen Fahrgästen aber mittlerweile "mulmig".

Der Bahnhof Küppersteg gestern gegen 13 Uhr. Hier ist eigentlich immer etwas los. Nach dem Raubüberfall der vergangenen Woche am hellichten Tag ist einigen Fahrgästen aber mittlerweile "mulmig".

Foto: uwe miserius

Der Bahnhof Küppersteg: im Hellen ein durchaus "freundlicher" Ort, jedenfalls kein sogenannter Angstraum. Die Zugänge zur Unterführung, die nicht sehr lang, an beiden Seiten offen und relativ breit ist, gehen zum einen von der Küppersteger Straße, zum anderen von der von-Ketteler-Straße ab.

 Hans-Dieter Meyer (56): "Mich überrascht die brutale Tat leider nicht."

Hans-Dieter Meyer (56): "Mich überrascht die brutale Tat leider nicht."

Foto: Miserius, Uwe

Um 18.11 Uhr geht laut Wetterdienst die Sonne unter. Um 17 Uhr ist es also noch hell. Und so war es auch am vergangenen Freitag, als sich am Bahnhof eine brutale Tat ereignete. Vier Unbekannte griffen einen 32-Jährigen an, stießen ihn auf die Gleise (wir berichteten). Der Gipfel der Brutalität: Nach Aussage der Polizei erfolgte der Angriff grundlos. Glücklicherweise sei gerade keine Bahn gekommen. Der Mann rettete sich aus eigener Kraft unverletzt auf den Bahnsteig. Trotz Großfahndung der Polizei blieben die Täter unauffindbar. Bis heute.

 Ellen Lummerzheim (52) hatte am Dienstag ein "Angsterlebnis".

Ellen Lummerzheim (52) hatte am Dienstag ein "Angsterlebnis".

Foto: Miserius, Uwe

Bahnsteig ist "uneinsehbar"

 Waltraud (68) und Siegfried (70) Niggemann: "Wir sind schockiert."

Waltraud (68) und Siegfried (70) Niggemann: "Wir sind schockiert."

Foto: Miserius, Uwe

Das könnte anders aussehen, wenn es Bilder der Täter gäbe; aufgenommen beispielsweise von einer Überwachungskamera. Die aber fehlt am Bahnhof Küppersteg. Das moniert auch FDP-Ratsherr Friedrich Busch. "Obwohl nicht alles im Leben überwacht werden muss, so haben sich die Kameras in Bussen und auf Bahnhöfen als sehr hilfreich bei der Aufklärung von Verbrechen erwiesen." Erst vorgestern konnte das Schlägerpärchen, das im Neulandpark einen 20-Jährigen lebengefährlich verletzt hat, festgenommen werden. Von diesem Duo hatte es sehr gute Überwachungskamera-Bilder gegeben, die letztlich auch zum Erfolg der Festnahme führten.

"Wir fahren oft in Küppersteg ab, der Überfall ist schrecklich", erklärten gestern Siegfried (70) und Waltraud (68) Niggemann. Auch sie wünschen sich eine Überwachungskamera auf dem Bahnsteig: "Seitdem der Fahrstuhl videoüberwacht ist, bleiben die Scheiben heil und er ist seltener außer Betrieb", resümieren die Rentner. Ellen Lummerzheim hatte erst Dienstag am Bahnhof ein Angsterlebnis: "Ich kam gegen 22 Uhr an, plötzlich hörte ich jemanden hinter mir laufen. Da habe ich auch Gas gegeben", erzählt die 52-Jährige. "Seit der Tat fühle ich mich schon unsicherer." Und Hans-Dieter Meyer (56) merkt an, dass der Bahnsteig "uneinsehbar" sei. "Das halte ich für problematisch." Auch die Ansammlung von teilweise Alkohol trinkenden Personen an der Treppe zur Unterführung wird von vielen als unangenehm empfunden.

Gestern meldete sich die Mutter des Opfers in unserer Redaktion. Sie sei "Gott dankbar, dass es so glimpflich ausgegangen ist", berichtete die Frau. "Mein Sohn kann nicht über die Tat sprechen; wir sind beide traumatisiert. Hoffentlich melden sich noch Zeugen."

(RP)
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