Leverkusen Küppersteg: Zebrastreifen nahe Schule weg, Eltern sauer

Leverkusen · "Der Zebrastreifen wurde so gut wie gar nicht genutzt." Sagt die Stadt. "Stimmt nicht. Selbst die Schulleitung hat immer darauf hingewiesen, dass die Kinder lieber einen längeren Weg über den Fußgängerüberweg als einen kürzeren mitten über die Straße nehmen sollen." Sagen die Eltern.

Eine Einigung in diesem Konflikt wird es nicht geben — der Zebrastreifen auf der Pestalozzistraße in Küppersteg, Ecke Kerschensteinerstraße, ist weg. Und kommt auch nicht wieder. "Der Gesetzgeber sieht keine Zebrastreifen mehr in Tempo-30-Zonen vor", sagte ein Sprecher der Stadt auf Anfrage unserer Redaktion. "Sollten wir ihn trotzdem belassen, müsste er entsprechend beleuchtet werden."

Das aber sei zu teuer und sowieso nicht nötig, so das Argument der Verwaltung. "Das Schulverwaltungsamt und der Fachbereich Straßenverkehr haben im Frühjahr eine Schulwegsicherungsbegehung gemacht. Dabei wurde festgestellt, dass wegen fehlender Frequentierung gar keine Notwendigkeit für diesen Zebrastreifen besteht. Die Schulleitung wurde darüber informiert, ein Veto wurde nicht eingelegt." Bei einer Tempokontrolle Mitte August seien außerdem von 1891 überprüften Pkw "nur 0,6 Prozent zu schnell gewesen", berichtet der Sprecher.

Das sieht Barbara Matkovic (37), deren Tochter Laura (9) die Grundschule Kerschensteinerstraße benutzt, anders: "Die Autos parken hier kreuz und quer, die Kinder müssen nun zwischen ihnen hindurch über die Straße. Wir dachten, es kommt vielleicht ein zweiter Zebrastreifen — aber den einzigen komplett wegzumachen, das verstehe ich nicht." Auch beim Elternabend seien einige "schon ziemlich empört" gewesen, die Klassenlehrerin mit eingeschlossen. "Wir haben alle kein gutes Gefühl."

(RP/rl)