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Leverkusen: Künstler mit schwerem Gepäck

Leverkusen : Künstler mit schwerem Gepäck

Die Ateliergemeinschaft Künstlerbunker eröffnet am Sonntag die diesjährige Gemeinschaftsausstellung mit Gästen. Alle haben – mehr oder weniger gerne – zum gleichen Thema gearbeitet. Es lautet: "Gepäck".

Die Ateliergemeinschaft Künstlerbunker eröffnet am Sonntag die diesjährige Gemeinschaftsausstellung mit Gästen. Alle haben — mehr oder weniger gerne — zum gleichen Thema gearbeitet. Es lautet: "Gepäck".

Die einen nahmen es mit Humor, die anderen sehr ernst, manche wörtlich und andere im übertragenen Sinn. Das Ergebnis ist mal wieder eine ausgesprochen bunte und vielfältige Ausstellung in der Galerie Künstlerbunker geworden. Am Sonntag wird die Gemeinschaftsschau von Atelier-Inhabern und Gästen zum Thema "Gepäck" eröffnet. Anschließend beginnt der "Tag der offenen Ateliers", der bis 17 Uhr dauert.

Die Last, sich selbst zu ertragen

Friedel Engstenberg, die ganz besonders fleißig für dieses Projekt gearbeitet hat, zeigt neue und aufgebrochene Eisenskulpturen zum Thema. Ob Werkzeugkoffer, das mit den Ziffern der Opladener Postleitzahl gefüllte Paket oder die Persiflage auf die stadtbekannte Frau mit Koffer, sie alle lassen Durchblicke zu. Und so korrespondieren sie mit den fragilen dunklen Wachsarbeiten von Gisela Weyand im Hintergrund. Lutz Diese hat bedrückendes Gepäck gemalt, Menschen auf der Flucht, die schwerer am Schicksal als an ihren paar Habseligkeiten tragen, dahinter ein Tieflader mit Panzer im Gepräck.

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Auch Jutta Schmücking, die wegen ihrer kranken Schulter mit Links zeichnen musste, hat die Vorgabe sehr ernst genommen und "die Last, sich selbst zu tragen und zu ertragen" in Zeichnungen fließen lassen. Gast Christine Kliewer hat Röntgenaufnahmen von ihrem schmerzenden Rücken benutzt und Koffer um die Darstellung der Wirbelsäule geritzt. Im kleinen Innenraum läuft ein Video, das sie am Flughafen gedreht hat: ein Gepäckband, das wie ein Fluss immer neue Koffer mitträgt. Mit dem ihm eigenen Humor nahm Peter Kaczmarek das Thema auf und zeichnete einen Geldkoffer-Träger auf dem Weg in das "Amt für Korruption". Ebenfalls heiter stimmt Harry Plein, der Miniaturen für eine "Reiseausstellung" erstellt hat und ein "tragbares Loch" aus einer Holzplatte schnitt.

Leichter als die Haltung vermuten lässt, ist auch das Gepäck des Atlas, den Lüder Seedorf aus Holz schnitzte. Seine Weltkugel ist ein großer Luftballon, der für die Last der Gedanken steht. Rolf Wetter ließ sich von einem Goya-Bild inspirieren und baute, neben Koffer-Reliefbildern, einen mit Koffer beladenen Wagen, der in den Erdboden zu rasen scheint, denn die Vorderräder sind nur noch halb zu sehen.

Einen Spaß mit schwerem Gepäck hat sich das Trio Ars Vitalis erlaubt und gefilmt. Diese Aufnahme ist in einem Fernseher zu sehen, der mitten in den eigenwilligen Requisiten ihrer Kleinkunstprogramme steht. Johannes Seibt fotografierte in Hanoi Menschen mit unsagbar hoch beladene Fahrräder und Mopeds.

(RP)