Künstler aus Schwedt zeigen ihre Werke in Leverkusen.

Künstler aus Leverkusen und Schwedt begegnen einander im Künstlerbunker : Ost trifft West – Künstler aus Schwedt zeigen ihre Werke

Künstler aus Leverkusen und Schwedt begegnen sich im Künstlerbunker

Gleich nach der Wende 1989 haben sich Künstler aus Schwedt und Leverkusen zum Austausch getroffen. Es gab gegenseitige Besuche mit Ausstellungen und Symposien. Nach etwa 17 Jahren Pause lebt die Beziehung nun wieder auf. 30 Jahre nach dem Mauerfall hat die AG Leverkusener Künstler Schwedter Kollegen zu einer gemeinsamen Ausstellung eingeladen, die am Sonntag im Künstlerbunker eröffnet wird.

Unter der Überschrift „Positionen“ zeigen 15 hiesige Künstler und fünf Gäste ihre persönlichen Positionierungen in der Kunst. Einige sind eindeutig politisch und zeitkritisch, andere verstanden die Aufforderung eher so, dass sie etwas von dem Umfeld zeigen, in dem sie arbeiten und das sie beschäftigt. Das trifft besonders auf die Schwedter zu, die in weitläufiger Landschaft leben und deren Bilder von der Schönheit der Natur im Naturpark unteres Odertal geprägt sind.

So wie bei Marianne Thiemer, die in Aquarelltechnik die weiten, gelbleuchtenden Rapsfelder oder rot getünchte Mohnflächen malte oder die massive Schwedter Steinbrücke in Szene setzte. Als Theater-Fotograf hat Karl Heinz Wendland nicht nur Schauspieler in ihrer Maske verewigt, sondern auch einen Künstler so in der Natur positioniert als stehe er auf der Bühne. Abstrakt kubistische Bilder sind von Siegfried Mehl zu sehen und die Druckgrafiken von Lysann Vahrenhold gehen einen Dialog mit einer Stein-Skulptur von Jörg Steinert ein. Der Bildhauer hat nicht nur den Transport für alle Gäste übernommen, sondern trägt selbst den größten Teil zu dieser künstlerischen Begegnung bei. Die Steinarbeiten sind aus Findlingen der Region geschlagen und glatt größtenteils poliert. Überall verteilt stehen seine Bronze-Pferde, die er selbst als Bildnisse von Seelenzuständen bezeichnet, weil die Modelle in relativ kurzer Zeit aus Wachsplättchen geformt wurden von denen es nur einen Unikat-Abdruck gibt. Wie das technisch funktioniert, lässt sich sehr schön an einem halb fertigen Modell am Eingnag nachvollziehen.

Die 14 Leverkusener haben die Gastarbeiten in ihre Mitte genommen und in jedem Raum Bezüge hergestellt. Etwa zu Ellen Loh-Bachmanns politisch gedeutetem „Judaskuss“ oder der Schwangeren, die alle Nationalitäten in ihrem Bauch trägt. Oder zu Winfried Gilles Riesenhand aus Metallbändern, die eine Weltkugel zerquetscht. Rita Klein zeigt den Bruch der Natur in einem Bild mit kantigen Einschnitten und verkrüppelten Bäumen. Heiderose Birkenstock-Kotalla hat dagegen die Kostbarkeiten der Landschaft abstrahiert und konserviert. Wolfgang Schumacher „kopierte“ eines seiner 30 Jahre alten Bilder in völlig anderer Maltechnik. Michael Salge bezog mit bewegten Metallfiguren und Rostagen Position, Werner Pusch mit konturgrafisch bearbeiteten Fotografien. Stefan Geskes unter anderem mit reduziertem Nachtbild von der Küste und Lutz Diese mit einem Blick auf die Zerstörung 1945. Peter Nettesheim hat eine lebensgroße Museumswärterin aufgestellt, die auch über die Arbeiten von Karl-Karol Chrobok, Werner Diefenbach, Hans-Lothar Dorsch, Sigurd Koppenstedt und Jan Matthiesen wacht.
 „Positionen“ von Künstlern aus Schwedt und der AG Leverkusener Künstler bis 24. November in der Galerie Künstlerbunker, Karlstraße 9. Eröffnung Sonntag, 10. November, 11.30 Uhr. Öffnungszeiten Mittwoch und Freitag 16-18 Uhr, Sonntag 15-17 Uhr.

Mehr von RP ONLINE