A1 bei Leverkusen: Krisensitzung: Risse am "Rückenmark" der Rheinbrücke

A1 bei Leverkusen : Krisensitzung: Risse am "Rückenmark" der Rheinbrücke

Seit Montag ist die Leverkusener A1-Rheinbrücke wieder für Lkw über 3,5 Tonnen gesperrt. Die neu entdeckten Schäden sind "keine Bagatelle", heißt es von der Bezirksregierung. Straßen.NRW sieht das "Rückenmark der Brücke" betroffen. Grund genug für eine kurzfristig anberaumte Krisensitzung zusammen mit Politikern des Landes und der betroffenen Städte, Wirtschaft und Speditionen.

Regierungspräsidentin Gisela Walsken hatte alle Parteien eingeladen, die von direkten oder indirekten Folgen betroffen sind. Gut anderthalb Jahre nach der ersten Sperrung im Winter 2012/2013 haben die Straßenbauer neue schwerwiegende Schäden festgestellt, seit Montag gilt das Verbot. Die Brücke ist an Seilen aufgehängt und an den Befestigungen der Seile in der Brücke gibt es Risse. "Die Risse entwickeln sich und das schnell", sagt Oliver Moritz, Sprecher der Bezirksregierung. "Mit dem kurzfristigen Treffen haben wir sichergestellt, dass alle wissen: das ist keine Bagatelle."

Noch drastischer klingt die Formulierung von Dr. Gero Marzahn von Straßen.NRW, der mit drei Kollegen in der großen Runde die Auswirkungen erläutert hat. "Die Risse sind im Rückenmark der Brücke." Sie liegen im Inneren der Schweißnähte und sind "für das bloße Auge unsichtbar".

Acht Kilometer Nähte müssen nun untersucht werden und erst danach kann man den Umfang der Reparaturarbeiten genauer abschätzen, derzeit geht man von mindestens drei Monaten Sperrung aus. Laut Marzahn werden parallel zu den Schweißnähten geschraubte Stahlwinkel angebracht - die Risse sollen sich "nicht unkontrolliert weiterentwickeln". Eine Komplettsperrung der Rheinbrücke droht jedoch nicht.

Die Unternehmen und Speditionen trifft die erneute Sperrung dennoch hart. Der Chempark und auch die IHK saßen ebenfalls mit am Runden Tisch und erläuterten ihre Probleme. Für die Stadt Leverkusen war Baudezernentin Andrea Deppe mit dabei. "Wir hoffen, dass die Lkw die vorgesehenen Umleitungsrouten nehmen und nicht viele durch die Stadt fahren werden."

Die Einhaltung des Verbots wird von der Polizei kontrolliert. Ein schwieriges Unterfangen, wie sich bereits bei der ersten Sperrung gezeigt hatte. "Die Verkehrsachse ist nicht nur regional und für Deutschland wichtig, sondern für Europa. Aber es braucht etwas Zeit, bis das Verbot überall angekommen ist", sagt Moritz. "Die Polizei verstärkt den Kontrolldruck, um auch die zu erwischen, die vorsätzlich über die Brücke fahren." Zwischen Dienstag und Mittwoch jeweils um 6 Uhr wurden 45 "Falschfahrer" erwischt. Kostenpunkt: 75 Euro plus gebühren und eine Ordnungwidrigkeitsanzeige.

Denn die Sperrung beeinflusst teilweise auch Projekte auf den Ausweichstrecken A3, A4 und auch A59. "Große Verschiebungen" erwartet Marzahn allerdings nicht. Vor dem Neubau der Leverkusener Rheinbrücke soll die A3 fertig ausgebaut sein, die Brücke im Leverkusener Kreuz muss verstärkt werden und auf der A59 der Fahrbahnbelag ausgetauscht werden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Neue Schäden an Rheinbrücke: Blick in Seilkammer

(irz)
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