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Kriminalstatistik 2018: Köln und Leverkusen sind sicherer geworden

Kriminalitätsstatistik 2018 für Leverkusen : „Die Kriminalität sinkt auf breiter Front“

Leverkusen wird sicherer. Das zeigt der Blick auf die Entwicklung der Kriminalität. Seit 2016 sinken die Zahlen - in Leverkusen gibt es sogar einen Abwärtstrend bei den Betrugsdelikten zum Nachteil älterer Menschen. In Köln ist diese Zahl um mehr als 500 Fälle gestiegen.

Klaus-Stephan Becker, Kripo-Chef für Köln und Leverkusen, ist guter Dinge: „Das ist ein Tag, an dem ich gute Laune haben darf“, sagt er. Seit 2016 sinken die Straftaten in den beiden Städten erheblich – Becker stellt die Kriminalitätsstatistik für 2018 am Mittwoch mit Polizeipräsident Uwe Jacob im Präsidium in Köln-Kalk vor.

In Leverkusen gab es im vergangenen Jahr 11.964 Straftaten, das sind mehr als 600 weniger als 2017. Mehr als die Hälfte der Fälle konnte aufgeklärt werden. Die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle ist mit 2334 Fällen in der Stadtregion Köln/Leverkusen so niedrig wie zuletzt 1975 – wenn die Zahl auch in Leverkusen um zehn Fälle zum Vorjahr gestiegen ist und 2018 bei 183 lag. Weniger Taschendiebstähle, weniger Raubdelikte und weniger Diebstähle aus Fahrzeugen weist die Statistik für Leverkusen aus. Auch die Zahl der Fahrraddiebstähle ist in Leverkusen von 949 auf 928 Taten gesunken.

„Die Kriminalität sinkt auf breiter Front“, sagt Becker. Was den Wohnungseinbruchsdiebstahl betrifft, so führt Becker den Positivtrend auf mehrere Faktoren zurück: Neben einer stärkeren Polizeipräsenz und eigens eingerichteten Ermittlungskommissionen sieht Becker auch externe Faktoren als Grund. So hätten die Schließung der Balkanroute und Grenzkontrollen dafür gesorgt, dass es osteuropäische Einbrecherbanden schwerer hätten. Dazu kommt, dass das Delikt seit 2017 als Verbrechen geahndet wird und dieTäter empfindliche Strafen bekommen. Becker nennt einen Einbrecher, der erst kürzlich wegen 19 nachgewiesener Fälle zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt wurde. „Das schreckt ab“, sagt er.

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Trickbetrüger zocken Senioren ab

Was den Kölner Ermittlern zu schaffen macht, ist die steigende Zahl der Betrugstaten zum Nachteil älterer Menschen. Im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Köln gab es 2018 ein Plus von 573 Fällen im Vergleich zum Vorjahr, was einem Anstieg von mehr als 34 Prozent entspricht. 2017 gab es 1673 Fälle (Versuche mit eingerechnet), 2018 waren es 2246. „Es gibt so viele Spielarten von Trickbetrug zum Nachteil von Senioren – man kommt kaum hinterher“, sagt Becker. „Die überrollen Köln und Leverkusen zeitweise mit Anrufwellen.“ Er nennt vor allem den Enkeltrick, bei dem die Täter sich als Verwandte ausgeben, die Geld benötigen. In stundenlangen Telefonaten bringen sie ihre Opfer im schlimmsten Fall dazu, ihnen das komplette Ersparte zu überlassen. Die Täter arbeiten in professionellen Callcentern in der Türkei – in Deutschland werden oft nur die Boten gefasst. „Hier sperrt man einen Boten ein, am nächsten Tag sind zwei neue da“, sagt Becker.

In Leverkusen gibt es bei diesen Delikten allerdings einen Abwärtstrend – auch wenn sich der nach Ansicht der Ermittler nicht dauerhaft wird halten lassen: Von 300 Fällen im Jahr 2017 ist die Zahl auf 103 gesunken, das ist ein Rückgang von mehr als 65 Prozent. Leichte Anstiege gibt es in Leverkusen bei den Fällen von Vergewaltigung und sexueller Nötigung (von 22 auf 28 gestiegen), die Gewaltdelikte gegenüber Polizisten sind gesunken (von 215 auf 205 Taten).

Die Zahl der Tötungsdelikte ist für Köln und Leverkusen gestiegen: In beiden Städten wurden im vergangenen Jahr 24 Menschen getötet (2017: 16). Alle Mord- und Totschlagsdelikte konnten aufgeklärt werden.

Im Kampf gegen Rockerkriminalität hat die Kölner Polizei im vergangenen Jahr eine Besondere Aufbauorganisation (BAO) gegründet - eine Ermittlungsgruppe befasst sich ausschließlich mit Taten aus diesem Bereich. Im Stadtteil Schlebusch gab es in einem Clubheim der Bandidos von einigen Wochen eine Razzia. „Es war eine ganze Zeit lang still dort“, sagt Becker. Mit den erneuten Aktivitäten der Rocker werde nun aber auch die Polizei wieder Präsenz zeigen.