Kriminalpräventiver Rat in Leverkusen

Kriminalpräventiver Rat : Gemeinsam gegen das Verbrechen

Seit 14 Monaten wird über die Einführung eines Kriminalpräventiven Rates gesprochen. Jetzt könnte es was werden.

„Der neu eingerichtete Kriminalpräventive Rat der Stadt Leverkusen soll die gemeinsame Arbeit der Polizei und Stadtverwaltung bündeln.“ Mit einer Pressemitteilung, in der „Zivilcourage-Kurse“ für Leverkusener Bürger gefordert werden, prescht die SPD vor. Doch ist darin mehr der Wunsch der Vater des Gedankens, denn noch gibt es in Leverkusen einen solchen „Kriminalpräventiven Rat“ nicht. Immer noch nicht. Denn die Diskussion über ein solches Gremium, das es bereits in zahlreichen Städten gibt, ist 14 Monate alt. „Konkreter Anlass für unsere Initiative waren unerträgliche Vorkommnisse, unter anderem  Alkoholmissbrauch und Drogenhandel,  am Forum Leverkusen gewesen“, erinnert sich Bürgermeister  Bernhard Marewski (CDU).

Die Initiative der CDU, die dann auch von anderen Parteien, wie etwa den Grünen, mitgetragen und unterstützt wurde, lag offenbar bei der Verwaltung lange auf Eis. Doch jetzt bewegt sich was. Wie eine Stadtsprecherin bestätigte, soll in den nächsten Tagen eine Verwaltungsvorlage in den kommenden Ratsturnus eingegeben und in der Ratssitzung am 8. April abschließend vom Stadtrat bewertet werden.

Bei der Einrichtung eines Kriminalpräventiven Rats gehe es vor allem darum, Kräfte und sachkundige  Akteure zusammenzubringen, die bei der Vorbeugung von Straftaten helfen und unterstützen können, beschreibt CDU-Fraktionschef Stefan Hebbel das Ziel. Neben Polizei und  Vertretern aus den Fachämtern der Verwaltung denkt er auch an Opferschutzorganisationen wie den Weißen Ring sowie Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit ebenso wie Ratsvertreter etwa des Rechts- und Finanzausschusses.   Vorsitzender des Gremiums soll Dezernent und Stadtkämmerer Märtens werden, in dessen Sachbereich die Kriminalprävention fällt. „Der Rat soll in den einzelnen Stadtteilen ansetzen und vorbeugend wirken, aber auch bei bereits entstandenen Problemen wie damals am Forum reagieren“, sagt Stefan Hebbel, der selbst leitender Kriminalpolizist ist.

Sollten die Ratsgremien dem Verwaltungsvorschlag zustimmen, könnte der neue Kriminalpräventive Rat die Arbeit zum Sommer hin aufnehmen.

Kriminalpräventive Räte gehören seit den 1990er Jahren  zum Repertoire von Städten und Kommunen wie Mönchengladbach, Langenfeld und Düsseldorf. Auch Köln erwägt derzeit ein solches Modell. Zum 1. Januar wurde dort ein „Zentrum für Kriminalprävention und Sicherheit“ gegründet, das die Leitung eines künftigen Kriminalpräventiven Rats für die Gesamtstadt übernehmen soll.   Übergeordnetes Ziel der Kriminalpräventiven Räte ist es, das Sicherheitsgefühl der Bürger zu verbessern und Kriminalitätsangst zu mindern.