Krimilesung  in Leverkusen: mit Pfarrer Laurenz auf Verbrecherjagd

In der Bücherei : Krimilesung – mit Pfarrer Laurenz auf Verbrecherjagd

  In einer Wohnung eines Hauses findet Detektivin Linda Broich Blut an den Wänden. Hilfesuchend wendet sie sich an ihren Bruder Laurenz – einen Pfarrer. Der hatte sich gegen den elterlichen Karrierepfad entschieden.

Doch kann er sich Kriminalfällen nicht entziehen. Christian Linker hat aus diesem Stoff ein Buch gemacht, er schrieb sein erstes Buch mit 19 Jahren. Bei einer Lesung in der Bücherei von St. Michael in Opladen kam der Krimi jetzt gut an.

Der Leverkusener Autor lebt seit vielen Jahren seinen Traum. Was er in Teenagerjahren als Hobby startete, sichert dem heute 44-Jährigen seinen Lebensunterhalt. Vom Hobby wurde das Schreiben lebendiger Geschichten zum Beruf. „Ich habe Glück gehabt“, gibt er zu.
Eigentlich schreibt Linker Romane in großen Umfang und für Jugendliche. Meist wählt er  schwierige Themen. So schließen sich in einem seiner Werke junge Männer dem IS an. Das Schreiben macht Arbeit – insbesondere die Recherche sei sehr aufwendig.

Zumeist schreibt Linker einige Stunden am heimischen Schreibtisch. „Das ist eben der Luxus, wenn man es hauptberuflich macht“, erläutert er. Seine Arbeit beginnt mit den Hauptfiguren. Schließlich sollen die charismatisch sein, und eine Geschichte tragen. Einen besonderen Trick gebe es dabei nicht. „Leider nicht“, wie der 44-Jährige hinzufügt.

Dass sich für ihn die Möglichkeit ergab, Krimis zu schreiben, sieht er  als Glücksfall. Der J.P. Bachem-Verlag aus Köln hatte sich an den studierten Theologen gewandt. Die Idee: einen ganzen Krimiband mit kirchlichem Hintergrund. Nach einer kurzen Leseprobe hatte er den Auftrag. „Das ist schon etwas Besonderes. Verlage sind vorsichtiger geworden“, berichtet er.

Es sei für Autoren nicht mehr so einfach, Verlage für ihre Stoffe zu begeistern. Insgesamt, glaubt der gebürtige Leverkusener, werde sich das Berufsbild des Autors in Zukunft verändern und mehr in die Richtung der virtuellen Spieleindustrie verschieben. Nur bei einem ist sich Linker sicher: „Die Nachfrage an Geschichten wir sich nie ändern.“

Um seine neuen Krimiwerke von der Romanarbeit abzugrenzen, schreibt er die Bände um Laurenz Broich unter einem offenen Pseudo­nym: Magnus Mahlmann steht auf den Einbänden der beiden Bücher. „Was die Gottlosen planen“ sowie „Und sie sollen von seinem Blut nehmen“ sind Zitate aus der Bibel und wurden Titel.

„Eigentlich bin ich gar nicht so der Krimifan“, gibt Linker zu. Doch sei die Arbeit mal etwas anderes. Zudem gebe ihm das Schreiben neben der finanziellen Sicherheit auch die Möglichkeit, sich selbst auszudrücken. „Für andere ist das die Musik oder der Sport“, sagt er. Es  ist bereits ein dritter Teil der Krimiserie geplant. Auf was sich Pfarrer Laurenz dann einstellen muss, bleibt aber noch unaufgedeckt.