Kplus-Verbund mit Standorten in Leverkusen prüft neuen Partner

Klinik-Fusion : Kplus-Verbund prüft neuen Partner

Ein Zusammenschluss mit der St. Augustinus-Gruppe in Neuss könnte das Gesundheits-Unternehmen verdreifachen.

Rund  3200 Mitarbeiter zählt die Kplus Gruppe. Damit gehört sie zu den zehn größten katholischen Krankenhaus-Zusammenschlüssen in Nordrhein-Westfalen. In Zukunft könnte sie aber noch deutlich weiter wachsen, denn der Unternehmensverbund, der  inzwischen 30 Einrichtungen umfasst,  steht vor intensiven Gesprächen mit einem möglichen neuen Partner: Kplus soll mit der Geschäftsführung der gemeinnützigen St. Augustinus Gruppe in Neuss die Möglichkeiten einer gemeinsamen Trägerstruktur prüfen.

Die Geschäftsführung der Kplus Gruppe habe  von ihren Gesellschaftern, den katholischen Kirchengemeinden in Hilden, Solingen, Monheim und Leverkusen-Opladen sowie dem Erzbistum Köln einen entsprechenden Auftrag erhalten, heißt es in einer Pressemitteilung.

In der christlich ausgerichteten Krankenhaus-Gruppe werden jährlich rund 100.000 Patienten an  fünf  Standorten betreut: unter anderem in Haan (St. Josef Krankenhaus), Hilden (St. Josefs Krankenhaus), Solingen (St. Lukas Klinik), Leverkusen (St. Remigius-Krankenhaus Opladen, St. Josef Krankenhaus Wiesdorf) und Düsseldorf.

Gregor Hellmons, Sprecher der Geschäftsführung, äußerte sich in einer ersten Einschätzung ausgesprochen zuversichtlich: „Wir versorgen Menschen in unterschiedlichen, aber angrenzenden Regionen“, sagte er. Aus einem Zusammenschluss erwüchsen viele Chancen. Vor allem aber „noch vielfältigere Angebote für die Menschen, die sich uns anvertrauen, Wissenstransfer und Synergien in gemeinsamen Arbeitsstrukturen für die Mitarbeitenden sowie die langfristige Sicherheit, die ein großer, starker Arbeitgeber mit dann rund 9000 Arbeitsplätzen bieten kann.“

Ein Projekt, dessen Fortgang von vielen Seiten genau beobachtet werden wird, wie erste Reaktionen zeigen. So ergibt sich für Gesundheits-Experten wie etwa den SPD-Bundespolitiker Prof. Karl Lauterbach, der als Abgeordneter in Berlin  auch Leverkusen vertritt, aus dem Wachstum allein selbst bei einer Arbeitsplatz-Garantie noch kein Erfolg eines Zusammenschlusses: „Erst wenn auch der Patient an allen Standorten davon profitiert, bin ich vom Erfolg überzeugt“, betonte er auf Anfrage. Die Verbindung der beiden Gesundheits-Unternehmensgruppe werde sich an ihrem künftigen Versorgungskonzept messen lassen müssen.

Eine Prüfung, der Cerstin Tschirner gelassen entgegensieht. Die Sprecherin der Kplus-Gruppe versichert: „Genau diese Verbesserung des Angebotes für unsere Patienten in der Fläche ist unser Anspruch.“ Schon jetzt greife das Konzept, jedes der Krankenhäuser als Grundversorger aber auch als Kompetenzzentrum für einen bestimmten Bereich zu spezialisieren: „Das bezieht sich unter anderem auf unser Gefäßzentrum in Haan, das Brustzentrum und die Gynäkologie in Hilden oder auch das Orthopädie-Zentrum Leverkusen-Opladen“, konkretisiert die Sprecherin.

Möglich werde das vor allem durch die Ausrichtung der Gesellschafter: Als christliches Unternehmen müssen wir keine Rendite auszahlen, sondern können jeden Gewinn wieder in unsere Einrichtungen investieren“, sagt Tschirner. An diesem Anspruch werde man sich messen lassen.