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Konzert in Pfarrers Musikgarten in Leverkusen

Von Klassik bis Lady Gaga : Konzert in Pfarrers Musikgarten

Gute Laune mit dem Felicitas-Quartett auf der grünen Wiese.

Ziemlich oft habe er in den letzten Tagen zum Himmel und auf seine Wetter-App geschaut, bekannte Pfarrer Gernold Sommer, als er  die Konzertgäste im Garten vor seinem Wohnhaus begrüßte. Trotz einiger dunkler Wolken war er zuversichtlich. „Ab 19 Uhr sinkt die Regenwahrscheinlichkeit auf 16 Prozent“, gab er bekannt. Das sollte reichen für eine weitere Serenade im Pfarrgarten, die mittlerweile zur sommerlichen Tradition der evangelischen Kirchengemeinde geworden ist.

Und es blieb nicht nur trocken an diesem Abend, zwischendurch zeigte sich sogar die Sonne und erinnerte einige Besucher daran, dass man bei der Veranstaltung im vergangenen Jahr ordentlich geschwitzt hatte. Fast alle Plätze auf den Bänken waren besetzt, als die Mitglieder des Felicitas-Quartetts auf der kleinen Bühne vor der Pfarrhaus-Tür auftraten und zur Ouvertüre den ersten Satz von Antonin Dvoraks Streichquartett in F-Dur spielten. Die anderen Teile folgten im Verlauf des Abends mit einem bunt gemischten Programm, das durch alle Genres, Stile und Zeiten sprang.

Die Zuhörer hatten sich längst vorher eingefunden, am Stand des Fördervereins mit Getränken versorgt und an den langen Tischen mit Knabbereien und Dipps niedergelassen.

Als sich Sommer bei seiner Begrüßung umblickte, stellte er fest, dass Plan B, nämlich die Verlegung des Konzerts in die Kirche gar nicht funktionieren würde. Wo hätte man dort schließlich die Gläser abstellen sollen auf den schrägen Ablagen der Bänke? Doch es wurde zum Glück wieder ein heiterer und unbeschwerter Sommerabend wie schon in den vergangenen drei Jahren seit Familie Sommer das Pfarrhaus bewohnt.

Dazu gehört inzwischen das Felicitas-Quartett mit den beiden Geigerinnen Marie-Luise Hartmann und Regula Sager, der Cellistin Eva Walcher und Thomas Plümacher, der auch im Bonner Beethovenorchester spielt, an der Viola. Er moderierte auch den Abend, so dass sich der Gastgeber entspannt, wenn auch nicht zurücklehnen, aber zwischen die Zuhörer setzen konnte. Weiter hätten die Musiker kaum springen können als von Dvoraks „Amerikanischem Quartett“, das 1893 während seines Aufenthalts in Iowa entstanden ist, direkt zu den Beatles, deren Song „Good Day, Sunshine“ in einer besonders munteren und kunstvollen Quartettversion erklang. Und so ging es querbeet durch den Musikgarten, sowohl in diesem ersten Teil, den die vier Streicher unter dem Gesichtspunkt „Lied“ zusammengestellt hatten, als auch nach der Pause, als das verbindende Motto „Tanz“ hieß.

Beim Medley aus den bekanntesten Melodien von Bizets Oper Carmen summten bereits einige Zuhörer mit, auch bei der Figaro-Arie des populärsten Frisörs der Musikliteratur, dem „Barbier von Sevilla“. Zwischen großer Oper und klassischer Kammermusik erklangen alte und brandneue Bearbeitungen der leichten Muse, die sich durchaus streng und solide präsentieren lässt. Nicht zuletzt mit einem Titel von Lady Gaga, den das Quartett im Stil einer Fuge vorstellte. Und am Ende waren sich alle einig, dass sich Spaß, gute Laune und Konzertgenuss durchaus vereinen lassen.