Konzert im Scala : Verneigung vor dem „Chamäleon des Pop“

Die Jakob Hansonis Band und Pit Hupperten spielen Bowie-Songs im Scala.

Mit einer Hör-Reise durch 40 Jahre Musikgeschichte zollte die Jakob Hansonis Band unter dem Titel „Space Oddity“ dem großen Ausnahmekünstler David Bowie ehrenvollen Tribut. Im Scala Club feierten mehrere hundert Menschen das große Vermächtnis des vor zwei Jahren verstorbenen Musikers.

Es war bereits das dritte Mal, dass die Band um Grönemeyer-Gitarrist Jakob Hansonis den Opladener Club besuchte. Und viele freuten sich auf die Show. Wer lediglich einen gutgemeinten Bowie-Coverband-Abklatsch erwartete, wurde bereits mit dem ersten Takt der Show eines Besseren belehrt: Mit satten Gitarrenriffs, einem erfrischend modernen Sound und einer packenden Stimmfarbe von Leadsänger Pit Hupperten, katapultierte die Band ihre Zuhörer gleich mit „Starman“ – eines der Meilensteine des britischen Künstlers – in die fantastischen Weiten des Bowie-Universums. Ein Universum so wandelbar wie der Künstler selbst, der es verstand, sich immer wieder neu zu erfinden.

Auch die Jakob Hansonis Band versteht es, bekannte und unbekanntere Titel Bowies in ein neues Gewand zu kleiden, ohne die Essenz der Titel zu verändern: Die Stücke klangen, obwohl sie überwiegend aus den 70er und 80er Jahren stammen, frisch und modern. So ließen die Musiker beispielsweise das weitere, häufig kopierte, jedoch nie erreichte Werk Bowies „The man who sold the world“ – unter anderem von Nirvana und J.R Richards gecovert – am Ende von „Starman“ einfließen. Das charakteristische Gitarre-Intro ließ die Anwesenden aufhorchen und jubeln, wie es im weiteren Verlauf auch Stücke wie „China Girl“, „Ashes to Ashes“ oder „Fame“ taten. Letzteres habe Bowie mit Beatles-Ikone John Lennon aufgenommen, wenige Wochen vor dessen Ermordung, erzählte Jakob Hansonis, der sich freute, zum dritten Mal im Scala zu spielen. Das Publikum erkannte die Klassiker prompt und sang inbrünstig mit.

Überraschend vielfältig war auch das Publikum selbst: Augenscheinliche Punks mit rasselnden Ketten und Nietengürtel, Springerstiefeln und Irokese standen neben Mitte 40 und 50-Jährigen in Hemd und Sakko. Keinen ließ die Show unberührt: Alle tanzten oder wippten angeregt mit, rhythmisch angezogen von der Musik.

„Der singt ja besser als Bowie selbst“, war aus einer Gruppe zu hören, die Sänger Hupperten meinte. Bekannt als Mitglied der Bläck Fööss stand der Leverkusener aber auch schon mit zahlreichen anderen namhaften Künstlern, wie Herbert Grönemeyer, Unheilig, Sarah Conner oder Max Mutzke auf der Bühne. Sowohl hohe, engelsgleiche, als auch tiefe Basstöne sind für den Sänger kein Problem, was die Titel zu den instrumentalen Arrangements mit saftigen Gitarrenriffs und elektronischen Einlagen am Synthesizer ebenso einmalig gestaltete. Ein sehr gelungenes Konzert, dass „das Chamäleon des Pops“ auf eine ganz besondere Art und Weise ehrte.

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