Komplizin öffnete Räubern die Tür von Rewe in Opladen

Leverkusen: Komplizin öffnete Räubern die Tür des Rewe-Marktes in Opladen

Für den Überfall auf den Rewe-Markt in Opladen im Mai 2017 musste sich am Donnerstag eine Bande verantworten. Aus dem Tresor waren 20.790 Euro gestohlen worden.

Einen holprigen Anfang nahm gestern die Hauptverhandlung gegen fünf Angeklagte vor dem Kölner Landgericht, die unter anderem im Mai vergangenen Jahres den Opladener Rewe-Supermarkt, damals noch auf der Kölner Straße, überfallen haben sollen. Mehrfach mussten Polizisten die Angeklagten von den Hafträumen in den Gerichtssaal bringen, weil die 17. Große Strafkammer den Prozess immer wieder unterbrechen musste.

Zunächst wurde der Beginn verschoben, weil einer der Verteidiger noch bei der Urteilsverkündung in einem anderen Prozess war. Der wurde zwar zeitlich extra vorgezogen, doch ein Angeklagter rastete bei der Urteilsverkündung aus; folglich musste auch dieser Prozess, bei dem es um einen spektakulären Mord und Totschlag in Refrath ging, unterbrochen werden.

Auch der zweite Versuch verzögerte sich, weil eine der Angeklagten nicht erschienen war. Diese Frau, die als einzige nicht in U-Haft sitzt, ließ das Gericht wissen, dass ihr Sohn mit einer Tuberkulose-Erkrankung im Krankenhaus sei. Bei der Mutter bestehe die Gefahr, dass sie sich angesteckt habe.

Der Richter verlangte, dass sich die Angeklagte sofort ärztlich untersuchen lasse und telefonierte sogar mit der Hausärztin. Die sagte dann zu, bis 13 Uhr ein Attest dem Gericht zukommen zu lassen.

Doch die Juristen fanden eine andere Lösung: Sie trennten das Verfahren gegen die 39-Jährige ab, die für die Fahrt zum "schweren Raub" und "Körperverletzung" ihr Auto zur Verfügung gestellte haben soll.

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Der Staatsanwalt begründete seinen Antrag damit, dass die Frau - sollten die Angaben alle stimmen - ohnehin mehr in Gedanken bei ihrem Sohn gewesen wäre und daher dem Strafprozess nicht mit der gebotenen Aufmerksamkeit hätte folgen können. Weil der Vertreter der Anklage sich zuvor eine kurze Bedenkzeit erbeten hatte, gab es dafür eine weitere Unterbrechung.

Dann ging es los, allerdings auch nicht so richtig: Verlesung der Anklage durch den Staatsanwalt, Abklärung aller Personalien, Frage an die Angeklagten, ob sie Geständnisse ablegen wollen.

Da gab es die unterschiedlichsten Antworten; die Verteidiger kündigten vom umfassenden Geständnis ihrer Mandaten bis zur völligen Aussageverweigerung einschließlich eigener Angaben zur Person alles an. Die verbliebene Zeit nutzte der Vorsitzende Richter, die Vorstrafen einiger Angeklagter zu verlesen.

In der Anklageschrift kommt nicht nur der Überfall auf den Rewe-Markt vor, sondern auch ein Raub auf einen Supermarkt in Köln-Flittard. Dort sollen zwei Mitarbeiterinnen mit einem Kuhfuß und einer Schusswaffe bedroht worden sein, um ins Innere des geschlossenen Marktes zu gelangen.

Eine Zeugin soll veranlasst worden sein, den Tresor (Inhalt 34.000 Euro) zu öffnen. In den Opladener Rewe-Markt drangen zwei der Angeklagten ein, weil ihnen eine Mitarbeiterin einer Zeitarbeitsfirma den Hintereingang geöffnet haben soll. Auf diesem Weg gelangten sie ins Büro, wo sie aus dem offen stehenden Tresor Bargeld in Höhe von 20.790 Euro entwendet haben sollen. Der Prozess wird am Montag fortgesetzt. Zunächst hieß es, die Räuber hätten die Frau bedroht, um in das Geschäft zu kommen.

(RP)