1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Kommentar zur Leverkusener Kakophonie um Schloss Morsbroich

Diskussion um Schloss Morsbroich : Leverkusener Kakophonie

In der politischen Debatte um die konzeptionelle Zukunft von Gastronomie und Schlosspark in Morsbroich herrscht eine dissonante Vielstimmigkeit.

Der Mensch sehnt sich nach Harmonie. Nicht nur in der Musik. Hört er schräge Laute oder solche, die nicht zueinander passen, empfindet er Schmerz und hält sich die Ohren zu. In der Musik und auch in der Sprachwissenschaft spricht der Fachmann von Kakophonie. Seit der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder das Wort verwendete und es 2002 mit Platz 4 nur knapp das Treppchen beim Wort des Jahres verfehlte, ist es auch in der Politik salonfähig. In dieser Disziplin stebt nun einmal mehr der Leverkusener Stadtrat den Meistertitel an. Es geht mal wieder ums Schloss. Eigentlich war der Kostenrahmen mit 700.000 Euro klar gesetzt, der Wettbewerbssieger verlangte 1,6 Millionen und lieferte einen Entwurf, der überzeugte. Nun soll abgepeckt werden. 35 (!) Beteiligte aus Rat und Verwaltung reden mit. Was im Rat noch folgen könnte, will sich keiner ausmalen. Das kann dauern. Vielleicht so lange, bis die Förderzusage abläuft. Den Meistertitel in Kakophonie  hat sich Leverkusen redlich verdient.