Kommentar : Politisches Vertrauen verspielt

Der Moschee-Bau in Manfort steht auf der Kippe. Ein Kommentar von Bernd Bussang.

Gemeindezentrum bewilligt, Moschee erhalten? Die Kritik am Verfahren ist berechtigt – ein Musterbeispiel  für politisches Versagen nahezu aller Beteiligten. Der Vertrauensverlust ist groß. Der Moscheeverein hat unglücklich agiert, er hätte von Anfang an offener mit seinen Plänen herauskommen sollen. Verwaltung und offenbar auch einzelne Politiker haben den Gang der Dinge unzureichend begleitet, sie hätten früher Alarm schlagen müssen. Nun dürfte es rechtlich und auch menschlich schwierig werden, das Projekt zu stoppen, zumal der Verein und sein offen wirkender Vorstand ganz und gar nicht den Eindruck hinterlassen, ein Hort verschworener Islamisten zu sein.

Auch wenn der Moscheeverein betont, das Projekt sei zu 60 Prozent finanziert und eine Bank als möglicher Kreditgeber sei gefunden, Zweifel an dem ausschließlich durch private Spenden finanzierten millionenschweren Bauprojekt bleiben. Eine Dauerbaustelle oder womöglich eine Bauruine kann in Manfort niemand wollen. Es bleiben Fragen. Vor einem bindenden Beschluss des Stadtrates muss Zeit für klärende Gespräche sein. Notfalls sollte man ihn am Donnerstag vertagen.