Leverkusen: Kölner Pastor Meurer ist jetzt "Ehrenfunk"

Leverkusen: Kölner Pastor Meurer ist jetzt "Ehrenfunk"

Jetzt ist Franz Meurer nicht nur Kölns alternativer Ehrenbürger, sondern darüber hinaus auch Leverkusens "Ehrenfunk 2014". Am Freitag verlieh die KG Altstadtfunken dem weit über Köln hinaus bekannten Pfarrer diesen Titel.

Ausnahmsweise einmal nicht mit Blaumann, sondern mit blauem Hemd und hellem Sakko bekleidet, nahm der 62-Jährige, der sich selbst als "ganz normaler" Pastor bezeichnet, den Preis samt Spende in Höhe von 1111,11 Euro entgegen. Das Geld könne er für sein Projekt "HöVi-Land" sehr gut brauchen, betonte Meurer. Es werde der Sommerferienfreizeit zugute kommen.

Wie Meurer, so zeichneten sich auch seine Vorgänger Ex-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, Sportlerin Steffi Nerius, Sänger Guildo Horn, Handballtrainer Heiner Brand und Moderator Gisbert Baltes durch ihr soziales Engagement aus.

Mit seinem Tun bringt der Geistliche die Kirchenoberen zwar öfter mal zur Verzweiflung. Zum Beispiel, wenn er Kondome verteilt oder Spenden für den Bau einer Großmoschee sammelt. Aber seit er 1992 in das Problemviertel Höhenberg-Vingst — kurz HöVi — kam, hat sich dort vieles verändert. Die Probleme packt er — eben oft im Blaumann — unter dem Motto "Nix is esu schläch, dat et nit für jet jot es" (Nichts ist so schlecht, dass es nicht für irgendwas gut ist) an.

Mit diesem Vers begründete er im Bayer Kasino beim "Ball Intern" vor rund 200 geladenen Gästen seine gesamten Aktivitäten.

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Allerdings sei er nur ein Akteur von vielen, sagte er zuvor im RP-Gespräch. "In unserem Viertel packen alle mit an." Und oft seien die Menschen der Meinung, sogar Papst Franziskus sei einer der ihren. Wie der Pontifex, so werde auch Franz Meurer seinem Namen gerecht, betonte Stadtdechant "Weihrauchspitter" Heinz-Peter Teller in seiner Laudatio. Was Meurer auf den Weg gebracht habe, sei beispielgebend und eine ureigene Aufgabe der Kirche. Er lebe nach der Bibel und dem Prinzip: Wer an Gott glaubt, darf den Mensch nicht vergessen.

Beim "Ball Intern" der Altstadtfunken gab es weitere Ehrungen: Gaetano Rosato, Kai Lenz, Peter Luscher und Ingo Paris gehören seit 25 Jahren der Gesellschaft an. Zu Senatoren ernannt wurden Helene Dettinger, Annette Herweg, Nikola Richter und Armin Kotterheid.

Zudem wurde das Tanzpaar Svenja Pietsch und Daniel Düster schon mal offiziell verabschiedet, obwohl es natürlich noch bis zum Ende der derzeit laufenden Session im Einsatz ist.

(gkf)
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