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Köln-Leverkusener Konzern Lanxess startet Aktienrückkauf

Erste von zwei Tranchen gestartet : Lanxess startet Aktienrückkauf

Der Köln-Leverkusener Konzern kauft in zwei Tranchen zu je 250 Millionen Euro seine Wertpapiere. Der Rückkauf der ersten Tranche hat just begonnen und soll innerhalb der nächsten zwölf Monate abgeschlossen sein.

Köln/Leverkusen Die Aktie von Lanxess ist derzeit im Sinkflug. Am Montagmittag lag sie bei 33,44 Euro. Vor einem Monat notierte das im MDax gelistete Börsenpapier noch bei mehr als 56 Euro. Zum Teil liege das an der Coronakrise, die die Börsenkurse insgesamt in den vergangenen Tagen auf Talfahrt schickte. „Der Aktienkursverfall in der Chemiebranche“ sei deutlich zu spüren, merkte Lanxess-Vorstandsvorsitzender Matthias Zachert  bei der Bilanzpressekonferenz in der vergangenen Woche an. Zu viel Pessimismus aber mochte er nicht versprühen: „Wenn Corona eingepreist ist, dann werden wir auch wieder andere Daten sehen“, schob der Manager hinterher.

Lanxess will offenbar auch selbst ein wenig nachhelfen und startet  nun ein Aktienrückkaufprogramm. Das ist  bei Aktiengesellschaften keine unübliche Kapitalmaßnahme, aber zumeist eine effektive. Denn laut Studien steigen die Aktien in dem Jahr nach der Ankündigung des Vorhabens deutlich am Markt, denn dadurch steigt die Nachfrage und so der Wert des Börsenpapiers.

Der Konzern hat bei der Hauptversammlung 2019 die Ermächtigung der Aktionäre bekommen,  eigene Aktien in einem Volumen von bis zu 500 Millionen Euro innerhalb der nächsten zwei Jahre über die Börse zurückzukaufen – allerdings  nicht mehr als zehn Prozent des Grundkapitals von Lanxess. „Auf Basis des derzeitigen Aktienkurses (40,30 Euro pro Aktie, Stand: 9. März) könnte der Konzern so rund 8,74 Millionen eigene Aktien – das wären eben jene  zehn Prozent des Grundkapitals –  für eine Gesamtsumme von rund 352 Millionen Euro zurückkaufen. „Die erworbenen Aktien sollen eingezogen werden“, kündigt der Kölner Konzern an, der in Leverkusen seinen weltweit größten Produktionsstandort mit mehr als 3000 Beschäftigten unterhält.

Der Aktienrückkauf teilt der Köln-Leverkusener Spezialchemiekonzern in zwei Tranchen zu je 250 Millionen Euro auf. Der Rückkauf der ersten Tranche hat just begonnen und soll innerhalb der nächsten zwölf Monate abgeschlossen sein. Über den Zeitraum der zweiten Tranche des Rückkaufprogramms werde dann zum Abschluss der ersten Tranche entschieden.

 „Mit dem Aktienrückkauf unterstreichen wir unser Vertrauen in die strategische Ausrichtung von Lanxess und schaffen für unsere Aktionäre weiteren Wert”, fasst Matthias Zachert zusammen. Der Aktienrückkauf sei aber maßvoll. Und lasse Lanxess trotzdem noch genug Kapital fürs eigene Wachstum. Bis zu 500 Millionen wolle der Konzern in eigene Werke stecken, Lanxess wolle organisch wachsen, aber auch Akquisen steht Zachert nicht abgeneigt gegenüber.

Bei der Bilanzpressekonferenz hatte Zachert auf Nachfrage erläutert, dass Lanxess 300 Millionen Euro an den Niederrhein-Standorten investieren will, 125 Millionen davon in Leverkusen. Womöglich nutzt Lanxess das Kapital für einen guten Start seines neuen Segments „Consumer Protektion“ (Konsumentenschutz). Darunter fallen verbrauchernahe Schutzprodukte aus dem Portfolio des Unternehmens.

Die Geschäftsbereiche Saltigo, Liquid Purification Technologies und Material Protection Products sind die drei Standbeine des neuen Segments. Zu den Produkten zählen Wirkstoffe für die Agro- und die Pharmaindustrie, für Insektenabwehrmittel, Desinfektionsmittel und Technologien zur Aufbereitung und Reinigung von Wasser. „Alle drei Geschäftsbereiche sind gut positioniert“, betonte Konzernchef Matthias Zachert in der vergangenen Woche.