Leverkusen: Kochen und Sport in den Ferien

Leverkusen : Kochen und Sport in den Ferien

Die Villa Zündfunke hat gemeinsam mit der Kindertagesstätte Rheinpiraten und der Handballabteilung der TuS Rheindorf ein Ferienprogramm entworfen, bei dem 29 Kinder einiges über Ernährung gelernt haben.

Die gefüllten Wraps liegen fertig auf dem Teller, manche sind hell, manche dunkel. "Was ist der Unterschied zwischen Vollkornmehl und weißem Mehl?", fragt Koch Peter Krahn die Kinder, die gemeinsam mit ihm die Wraps hergestellt haben. Lebensmittelkunde gehört zu dem Ferienangebot dazu, bei dem insgesamt 29 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren eine Woche lang gekocht und Sport getrieben haben. Diese Kombination bot ein Ferienprogramm der neuen Villa Zündfunke, gemeinsam mit der Kindertagesstätte Rheinpiraten und der Handballabteilung der TuS Rheindorf.

Drei Gänge selbst angefertigt

Morgens standen zwei Stunden Abenteuersport auf dem Programm, mittags zwei Stunden Kochen, nachmittags zwei Stunden Handball. So waren die Kinder den ganzen beschäftigt und ausgepowert, was berufstätigen Eltern besonders in den Ferien gelegen kommt. 25 Euro kostete das gesunde Ferienangebot, denn es wurde von der Stadt gefördert.

Freitagmittag herrschte geschäftiges Treiben in der Küche der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Rheindorf. Beim Kochen müssen alle Kinder gleichermaßen mithelfen. In fünf Gruppen teilen sich die Kleinen jeden Tag die Arbeit auf, je nachdem, ob sie Vorspeise, Hauptgericht oder Nachtisch anfertigen oder die Tische decken und dekorieren. Regional, saisonal soll das Gemüse sein, das die Schüler hier verarbeiten. "Erdbeeren gibt es bei uns zu dieser Zeit nicht", sagt Koch Krahn. Bei ihm müssen alle mithelfen. Doch während sich die Mädchen eher für Zutaten und Produkte interessieren, seien die Junges eher für das Handwerkliche zu begeistern, vor allem das Hantieren mit Messern und das Rühren in der Pfanne — "Dinge, die sich zu Hause vielleicht nicht dürfen", so Krahn. Die Rezepze bekommen die Kinder zum Mitnehmen. "Ich koche alles zu Hause nach", erzählt die elfjährige Samatha Ruzic stolz. Ihrer Mutter habe das sehr gefallen. "Jetzt weiß ich, wie es geht", sagt Melissa Thut (10), auch wenn sie ihrer Mutter beim Kochen nur hilft.

Mahmut Can (9) überlässt das Kochen lieber seiner Mutter, auch wenn ihm das Zubereiten der Pfannkuchen viel Spaß gemacht hat. Susanne Stark und Mann Julius Busch, die vor 17 Jahren die Rheinpiraten gründeten, hatten die Idee zum Ferienprogramm. Der seit dem Frühjahr existierende Verein Villa Zündfunke will künftig noch mehr Programm bieten. Vor allem für Jugendliche von zehn bis 14 Jahren, "für die es in Hitdorf nichts gibt".

In ihrem Haus, einer ehemaligen Zündholzfabrik, in dem auch das matchboxtheater untergebracht ist, wollen sie den Dachboden ausbauen, um einen Saal einzurichten, der als Bürgertreff und als Ort für Jugendliche dient. Ein Kulturcafé kann man sich als niedrigschwelliges Angebot vorstellen.

Die Baugnehmigung liegt vor, noch fehlt jedoch das Geld. Ohne geht es nichtEin Förderantrag beim Land läuft.

(RP/ac)