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Klinikum-Verband Leverkusen und Solingen: Verhandlung pausiert

Leverkusen und Solingen : Klinikum-Verband: Verhandlung pausiert

Klinikum beschließt Aussetzung. In Solingen fehle es noch an einer klaren politischen Willensbildung.

Pause bei den Verhandlungen  zum Verbund von Klinikum Leverkusen und Klinikum Solingen. Am Mittwoch tagte der Aufsichtsrat des Klinikums und Tochtergesellschaft KLS zum Zwischenstand in Sachen Verbund. Dabei sei festgestellt worden, „dass die  öffentliche und politische Meinungsbildung in Solingen noch nicht abgeschlossen ist und es offensichtlich noch Zeit braucht, grundlegende Beschlüsse zu fassen“, heißt es in einem Schreiben des Klinikum-Chefs Hans-Peter Zimmermann an Beteiligte, das unserer Redaktion vorliegt.

Zur Erinnerung: Anfang 2019 hatte ein von beiden Einrichtungen beauftragtes Gutachten wirtschaftliche Synergie-Effekte bei einem Verbund geprüft und dementsprechende Handlungsempfehlungen ausgesprochen. Beide Krankenhäuser stehen unter Wettbewerbsdruck, etwa wegen bestehender Verbünde wie K-Plus.  Vorgeschlagen wurde die Rechtsform einer Holding, an der beide Städte zu je 50 Prozent beteiligt sind.

Allerdings gibt es nun offenbar Unklarheiten, was die neue Dienstleistungsgesellschaft für den Sekundär- und Tertiärbereich  (etwa  Radiologie, Pathologie, Labor und Verwaltung, Technik, Hauswirtschaft) betrifft. Sie sei durch die bisherige Beschlussfassung in Solingen nicht abgedeckt, heißt es. Ein Haustarif sei aber erst „nach  der Synchronisation... der politischen Vorgaben der Gesellschafter“  möglich.

So wolle Leverkusen erst einmal die Entscheidungen in Solingen „zurückhaltend und ohne Zeitdruck“ abwarten. Die Verhandlungen seien vorerst ausgesetzt. „In Leverkusen läuft der Motor für Ideen etwas zu schnell“, ergänzte am Donnerstag Leverkusens Klinikum-Chef Hans-Peter Zimmermann. Es mangele in der Klingenstadt an klarer Willensbildung. „Das werfe ich aber niemandem vor. Bei der Gesamtgemengelage gibt es sehr viel zu bedenken“, betont der Manager.

5000 Mitarbeiter  müssen mitgenommen werden, ebenfalls die Patienten, die Sorge haben, dass sie für Untersuchungen weiter fahren müssen. Dieser Prozess braucht Zeit. Deswegen habe der Aufsichtsrat des Leverkusener Klinikums beschlossen, dass man sich die Zeit nehme, um die Willensbildung in Solingen abzuwarten. Wann die Verhandlungen wieder aufgenommen werden, „ist derzeit völlig offen“.

(LH)