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Klinikum Leverkusen: Utz Krug wird Ärztlicher Direktor

Ab Juli geht es los : Klinikum: Utz Krug wird Ärztlicher Direktor

Der 50-jährige Chefarzt der Medizinischen Klinik 3 folgt auf Jürgen Zumbé und will sich als Ansprechpartner für alle etablieren. „Man muss in diesen Job reinwachsen“, sagt der Onkologe.

Er ist der Neue. Professor Utz Krug tritt  zum 1. Juli die Nachfolge von Jürgen Zumbé als Ärztlicher Direktor am Klinikum an. Ein schweres Erbe? „Man muss reinwachsen in diesen Job“, sagt Krug. „Ich habe einen großen Respekt vor der Arbeit und den Spuren von Jürgen Zumbé.“ Und dennoch hat der Onkologe Ja gesagt, als er gefragt wurde, ob er sich die Nachfolge vorstellen könnte. Die Antwort auf die Frage nach dem Warum beginnt Krug mit dem Refrain eines Liedes von Rio Reiser: „Wenn ich König von Deutschland wär’“. Die Erläuterung: „Man  hat oft viele Ideen im Kopf, die man umsetzen würden, wenn man denn könnte, wenn man mehr zu sagen hätte.“ Wenn die Chance komme, etwas anzustoßen, müsse man sich auch der damit verbundenen Aufgabe stellen. Das heißt nicht, schiebt Krug umgehend hinterher, dass er das Klinikum als Ärztlicher Direktor nun umkrempeln wolle. Das sei nicht die Aufgabe, die dieser Posten mit sich bringe. Sein  Job sei vielmehr zu repräsentieren, die medizinische Seite zu vertreten und so etwa der Geschäftsleitung beratend zur Seite zu stehen.

Utz Krug hat sich vorgenommen, Ansprechpartner zu sein „für alle Bereiche“, er strebt auch den Austausch mit dem Betriebsrat an, will Moderator mit medizinischer Expertise sein. Dafür hat er einen eingängigen Satz: „Ich will alle in ein Boot holen.“

Der Mediziner kennt das so aus seinem Berufsleben. Er ist Chef der Medizinischen Klinik 3 am Klinikum, die die Bereiche Onkologie, Hämatologie, Palliativmedizin und  Spezielle Schmerztherapie umfasst. „Onkologie funktioniert nur Hand in Hand mit dem Patienten“, sagt er. „Wir begleiten Patienten sehr lange und sehr intensiv, teilen  Schicksale, versuchen, ihnen auch die letzten Tage noch so angenehm zu machen, wie es geht. Patienten sind nicht nur eine Nummer. Als Arzt in dem Bereich gehen Sie mit dem Patienten durch dick und dünn.“  Dass Arzt, Patient und Angehörige gemeinsam Misserfolge und Erfolge in der Behandlung erlebten, „das gibt einem unheimlich viel“.  Daneben sei die Onkologie ein Bereich, in dem es viele medizinische Entwicklungen und Fortschritte gebe. „Tumore, die vor fünf Jahren noch als unheilbar galten, werden  gut behandelbar. Man erlebt diesen Durchbruch mit, liest das nicht nur in Büchern“, sagt der 50-Jährige mit Leidenschaft in der Stimme.

Die hat er auch, wenn er über seinen Lieblingsverein spricht, dessen Namen er in Leverkusen dann doch auszusprechen wagt: „Ich bin Schalke-Fan, habe eine Dauerkarte. Mit meinem Sohn gehe ich ins Stadion, wenn man wieder darf. Ich weiß nur noch nicht, in welcher Liga Schalke dann spielt“, scherzt Krug. Für die Familie habe er – aus Sicht seiner Frau und der drei Kinder – zu wenig Zeit. Aber die Familie sei es, die ihn stärke, sie sei der Gegenpol zur Arbeit.

Obwohl: Utz Krug strahlt ohnehin eine angenehme Ruhe aus, wirkt unaufgeregt. Sich selbst skizziert er spontan so: ausgleichend, zurückhaltend „außer beim Fußball. Und dann könnte ich noch mein Zeitmanagement verbessern.“ Damit meint er dies: „Wenn ich morgens zur Arbeit komme, liegt auf dem Schreibtisch ein Stapel, abends ist er dann größer geworden.“ Mit seinem neuen Job als Ärztlicher Direktor wird der Stapel womöglich nicht kleiner.