Klinikum Leverkusen kooperationsbereit auch mit lokalen Krankenhäusern

Bertelsmann-Studie : Klinikum zeigt sich extrem kooperativ

Geschäftsführer Zimmermann zu Bertelsmann-Studie und Gesprächsangebot an andere Krankenhäuser.

Die Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Krankenhausversorgung hat in dieser Woche die Gemüter bewegt. Auch das von Klinikum-Geschäftsführer Hans-Peter Zimmermann. Er sagt: „Die von der Bertelsmann-Stiftung ausgelöste Debatte zur zukunftsfähigen Krankenhausversorgung begrüße ich sehr. Nur müssen wir sehr differenziert Schlussfolgerungen ziehen.“ Klar sei, dass in Deutschland und speziell in der Region zu viele Krankenhausbetten betrieben würden. „Auch dass wir in neuen Netzwerken, Kooperationen, Krankenhausverbünden denken müssen, ist allen bewusst“, merkt der Manager an und kommt so auf die vor einigen Tagen von Leverkusener Seite  erstmal auf Eis gelegten Verhandlungen mit dem Klinikum Solingen zu sprechen. Genau um die Frage nach einer zukunftsfähigen Krankenhausausrichtung gehe es in der „ergebnisoffenen“ Untersuchung einer Zusammenarbeit der beiden Häuser.

Allerdings habe Leverkusen auf die Bremse getreten, weil „die Reaktionen aus der Belegschaft und aus der Bevölkerung zeigen, dass die Ziele und Zeitlichkeit nicht ausreichend kommuniziert, synchronisiert sind und viele Fragen hierzu noch unbeantwortet und unklar erscheinen“, sagt Zimmermann. „Kooperationen und Zusammenarbeit ohne gesellschaftlichen Konsens macht aber keinen Sinn; immerhin geht es ja um die Verbesserung von Angebotsstrukturen und Zukunftsfähigkeit genau für diese Zielgruppen.“  Es brauche noch Zeit, Aufklärung und Dialog, diagnostiziert der Klinikmanager. Eben dazu trage die jüngste Studie bei.  Zimmermann ist sicher, dass die Zukunftsfrage eines Krankenhauses nur mit Bereitschaft zu Kooperation und  noch besser zu einem Verbund zu lösen ist. „Wir vom Klinikum Leverkusen sind hier nach wir vor ergebnisoffen, aber gerne auch jederzeit bereit, die Diskussion mit lokalen Krankenhäusern zu führen. Stadtgrenzen und unterschiedliche Träger dürfen keine Barrieren für eine Optimierung und Neugestaltung einer qualitativen Krankenhausversorgung in der Region sein“, betont er.

Und bekommt dafür Lob vom SPD-Gesundheitsexperten und Bundestagsabgeordneten für Leverkusen, Karl Lauterbach. So eine Einstellung sei genau richtig. Lauterbach sieht eher eine Kooperation zwischen Klinikum und Remigius-Krankenhaus. „Hier gibt es echte Synergien, beide Häuser sollten sich spezialisieren und zusammenarbeiten. Das wäre der Königsweg. Zum Wohle der Patienten“, sagt er. Einen Verbund mit Solingen steht Lauterbach eher kritisch gegenüber. „Ich glaube nicht, dass sich die wirtschaftlichen Probleme des Klinikums Solingen so lösen lassen. Das darf nicht auf dem Rücken des Leverkusener Klinikums ausgetragen werden. Es sollte bei einem Verbund nicht vorrangig um wirtschaftliche Aspekte gehen, sondern um die Patienten.“

Derweil zeigt sich Zimmermann offen für weitere Gespräche auch mit anderen Häusern: „Unsere Einladung zur Zusammenarbeit der Krankenhäuser in der Region liegt offen auf dem Tisch. Wir hoffen sehr, dass diese auch von den örtlichen Krankenhäusern aufgegriffen wird und hierdurch eine Diskussion zur Zukunftsgestaltung der Leverkusener Krankenhäuser geführt wird.“ Dies sei sozusagen Tradition, denn das Klinikum habe schon 2001 mit den anderen Krankenhausträgern aus Leverkusen, Stadtspitze und Land NRW „einen Zukunftsplan für die Leverkusener Krankenhausstruktur vertraglich vereinbart, der bis heute hält“.

Mehr von RP ONLINE