Klima: Region Köln-Bonn sorgt mit Strategien vor

Neues Konzept erarbeitet : Klima: Region Köln-Bonn sorgt mit Strategien vor

Nach drei Jahre der Gespräche, Analysen und Studien wurden diese Woche die Ergebnisse des regionalen Projekts „Klimawandelvorsorgestrategie“ (KWVS) im Forum Leverkusen präsentiert.

Lange, bevor alle über das Thema sprachen und sich die Jugend entschlossen einmischte, machte sich die Region Köln-Bonn, zu der auch Leverkusen und der Rheinisch Bergische Kreis gehören, als erste und bislang einzige Region Deutschlands 2016 auf den Weg, um nicht nur die Folgen des Klimawandels aufzuzeichnen, sondern einen ganz konkreten regionalen Strategieplan zur Vorsorge zu erarbeiten. Weil Klimawandel nicht vor Stadtgrenzen halt macht. Die Topografie des Rheinisch-Bergischen Kreises etwa, mit den vielen Wäldern und Talsperren, seien für die gesamte Region wichtig, da sie die Frischluftversorgung gewähren. Würde der Kreis anfangen, Flächen zu versiegeln, würde das auch die Städte der Rheinsenke weiter aufwärmen.

Dass sich das Wetter verändere, habe man 2018 deutlich wahrnehmen können, sagte Reimar Molitor, Geschäftsführer des Vereins Region Köln Bonn, federführend in dem strategischen Projekt. Welche Möglichkeiten Kommunen haben, um das Klima in den Innenstädten zu verbessern, präsentierten Professor Stefan Greiving (Dortmund) und Sascha Saad (Saarbrücken).

Nach der Auswertung von Daten und Untersuchungen der Topografie hatten die Fachleute festgestellt, dass die Städte Köln, Bonn und Leverkusen Hotspots sind, in denen schon jetzt die Temperatur immer um mehrere Grade höher ist als auf dem Land. Das liege zum einen an der hohen Verdichtung aber auch am fehlenden Grün. Als Maßnahmen schlug Saad vor, bei Baumaßnahmen (Neubau/Sanierung) auf genügend Freiräume zu achten, Klimakomfortinseln einzubauen und Bäume im Savannenprinzip anzupflanzen: lockere Pflanzung hoher, schattenspendender Bäume, durch die Luftzüge gehen können. Pflege und Ausbau von Grüngürteln seien zudem notwendig, weil Wälder, vor allem verjüngte, die Städte vor Sturzfluten schützten.

Doch nicht nur ein erhöhter Niederschlag ist als Folge des Klimawandels zu betrachten, sondern auch Hoch- und Niedrigwasser. Beides schlecht, weil das eine die Anrainer-Städte gefährdet und das andere die Schifffahrt und somit Auswirkung auf die Wirtschaft hat. Wassersensible Städte müssten für genügend Freiflächen sorgen, die im Fall einer Überflutung als Drainage agieren, für die Rheinfahrt müsse dienen, Hochwasser-Phasen alternative Wege gefunden werden, etwa der Schienenverkehr.

Die sensiblen Punkte seien entdeckt und gelistet, Maßnahmen erarbeitet. Jetzt liege es an den Kreisen und Kommunen die richtige Vorsorge zu treffen, hieß es.
Alle Ergebnisse sind online abrufbar. Der Maßnahmenkatalog soll in gedruckter Form nach den Sommerferien an Kommunen und Kreise verteilt werden. www.klimawandelvorsorge.de.

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