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Opladen: Kleinkunst bei der Feuerwehr

Opladen : Kleinkunst bei der Feuerwehr

Zu den Größen des Karnevals wie etwa "dä Schofför von Angela Merkel" gesellten sich bei der Familiensitzung der KG Opladener Feuerwehr echte Nachwuchstalente aus den eigenen Reigen: das neunköpfige Feuerwehr-Tanzcorps.

Als die 67. Familiensitzung der Karnevalsgesellschaft Feuerwehr in der "Spritzenhalle" an der Kanalstraße gegen Mitternacht zu Ende ging, waren sich 160 Besucher samt Sitzungspräsident Holger Dick einig: "Das hat unser Paul gut gemacht." Der erst kürzlich verstorbene Literat Paul Rönn hatte noch das Programm zusammengestellt. Wer seine Nachfolge antreten wird, ist ungewiss. "Das ist eine schwer zu schließende Lücke", sagte Michael Günzel, der die Koordination zusammen mit Elke Ebel übernommen hatte. Während der Sitzung war von Rönns plötzlichem Tod aber keine Rede. "Das wäre nicht in seinem Sinn gewesen", waren sich die 20 Aktiven einig.

So begann die Veranstaltung am Samstag pünktlich um 20.11 Uhr, als wenn nichts geschehen wäre. Zur Musik von Achim Tolksdorf hatten sich die Gäste bereits warmgeschunkelt, als die neun Kinder des erst vor drei Jahren erneut gegründeten Feuerwehr-Tanzcorps auf die Bühne marschierten. Britta Dick und Susanne Günzel trainieren mit den zwei Jungen und sieben Mädchen zwischen vier und elf Jahren, seit sie die 30 Jahre alten Uniformen in einem alten Schrank entdeckt hatten.

Kleinkunstbühne der Feuerwehr

Aus der zweiten Reihe durften die Kleinen später bei den Tänzen der Großen zusehen. Funkencorps, Tanzgarde und -paar der Neustadtfunken fanden gar nicht alle einen Platz auf der kleinen Bühne. Senatspräsident Stefan Steinacker sprach deshalb auch von "Kleinkunstbühne der Feuerwehr", weil es eine Kunst sei, auf der kleinen Bühne zu tanzen. Als "Schofför von Kanzlerin Angela Merkel" trat Jens Singer in die Bütt, ging auf das aktuelle Geschehen in Ägypten ein und behauptete, ähnliches würde in Köln nicht passieren. Dort könnten Tausende demonstrieren, ohne dass ein Präsident zurück trete.

Prinz Udo I. spielte das schon bekannte kölsche Medley auf seinem Saxophon. Mit schelmischen Zankereien begeisterten "Schlabber und Latz", feinstes Tanztheater boten die Poppelsdorfer Schloss-Madämchen und -Junker. Kölsche Stimmungslieder hatte das Duo "Krähenfelder" mitgebracht, mit einer deftigen Rede animierte "D'r Tulpenheini" zum Lachen.

Bitte kräftig mitsingen

Rheinischen Humor servierte das heimische Rednerduo "Zwei Verdötschte", bevor abschließend "Der Jung usem Vürjebirch" durch stimmungs- und gefühlvolle Titel zum mitsingen anregte.

(RP)