Leverkusen: Kirchenverkauf ist besiegelt

Leverkusen: Kirchenverkauf ist besiegelt

Seit zwei Jahren versuchte die Evangelische Kirchengemeinde Opladen, das nicht mehr genutzte Gemeindehaus Humboldtstraße zu verkaufen. Am 1. August übernimmt es die Evangelisch Freikirchliche Gemeinde Opladen.

Am 1. August 2009 wurde das Evangelische Gemeindehaus Humboldtstraße von der Landeskirche entwidmet. Demnächst werden in diesem Gebäude dennoch wieder Gottesdienste stattfinden können. Ab dem 1. August ist die Evangelisch Freikirchliche Gemeinde Opladen, die bisher ihre Räume im Hinterhof an der Augustastraße 4a hatte, rechtmäßiger Eigentümer. Gestern wurde der Vertrag unterzeichnet.

Teufel steckt im Detail

"Mir ist ein Riesenstein vom Herzen gefallen", sagt Presbyter Fried Wolter, der für die evangelische Kirchengemeinde Opladen verhandelt hat. Bis zuletzt habe es Holprigkeiten in der Vertragsgestaltung gegeben, der Teufel stecke eben im Detail. "Wir haben die Lösung in christlichem Einvernehmen gefunden", betont er.

Aber er habe natürlich hart verhandeln müssen, schließlich ging es nicht um sein eigenes sondern das Geld der Kirchengemeinde. Die hat allerdings Abstriche beim erhofften Verkaufserlös – die genaue Summe wollte Wolter nicht öffentlich nennen – machen müssen. "Wir sind insgesamt mit dem Ergebnis zufrieden, wenn uns auch der Denkmalschutz nicht unerhebliche Einbußen beschert hat", sagt Wolter.

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Anfang des Jahres hat die Denkmalbehörde das gesamte Ensemble an der Humboldtstraße unter Schutz gestellt. Die Kirchengemeinde versuchte sich dagegen zu wehren, aber ohne Erfolg. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte es zwei Kaufinteressenten für das Objekt gegeben.

Neben der Brüdergemeinde, die ihren Muttersitz in Dillenburg an der Lahn hat, auch ein privater Käufer. Dieser allerdings mit der Absicht, alle Gebäude abzureißen und nur das Grundstück zu nutzen. An einem Gebäude, das unter Denkmalschutz steht, war dieser dann nicht mehr interessiert.

Auch für die Evangelisch Freikirchliche Gemeinde, die zwar nach wie vor interessiert war, bedeutete die Unterschutzstellung eine Einschränkung. Bei allen Sanierungsmaßnahmen muss sie nun die Auflagen beachten und manches wird so vielleicht teurer als zunächst veranschlagt. Was der neue Eigentümer genau plant, darüber wird man erst in der nächsten Woche Auskunft geben können. Auf jeden Fall bleibt die Diakonie, die derzeit ehemalige Gruppenräume für Bürozwecke nutzt, noch mindestens ein Jahr Mieter.

Ausgenommen von dem frisch besiegelten Kaufvertrag zwischen den Kirchengemeinden ist ein kleines, unbebautes Teilstück des insgesamt gut 1700 Quadratmeter großen Grundstücks an der Humboldtstraße, über dessen Verwendung noch nachgedacht wird.

(mkl)
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