Kirchenkreis Leverkusen plant für die Zukunft

Mehr Ehrenamt : Kirchenkreis plant für die Zukunft

Zum Konzept gehören mehr gut ausgebildeten Ehrenamtliche und ein ökumenisches Miteinander mit katholischen Gemeinden. Superintendent geht in Ruhestand.

In den 1970er Jahren gehörten gut 120.000 Menschen den damals 13 Gemeinden im Evangelischen Kirchenkreis Leverkusen (zu dem auch Monheim, Langenfeld, Burscheid und Leichlingen gehören) an. Aktuell sind es noch 66.000 Mitglieder in zwölf Gemeinden. Das erforderte große Umstrukturierungen in den vergangenen Jahren, wozu der Verkauf von Gebäuden oder die Aufteilung der Manforter Gemeinde gehörte. „Und wir sind noch nicht fertig damit“, sagt Superintendent Gert-René Loerken.

Allein aufgrund der Tatsache, dass weniger Kinder geboren und getauft werden als Gemeindeglieder sterben, rechne man mit einem jährlichen Rückgang von einem Prozent in den kommenden Jahren. „Damit muss man umgehen“, erläutert er, warum sich die Synode am vergangenen Wochenende vor allem mit  der richtigen Aufstellung für die Zukunft beschäftigte. Da werde die sinkende Zahl von Pfarrern mehr Ehrenamtlichkeit erfordern, auch bei der Leitung von Gottesdiensten. Diese Freiwilligen müssten aber gut ausgebildet und fortlaufend begleitet werden.

Ein erstes Beispiel dafür, wie das funktionieren kann, sei die Seelsorgeausbildung, die im Kirchenkreis seit einigen Jahren erfolgreich läuft. Da zeige sich auch, was sich die Synodalen insgesamt erhoffen: „Je mehr Verantwortung man überträgt, umso mehr engagieren sich die Menschen.“ Angebote müssten künftig gebündelt und konzentriert werden. Unter anderem auch im ökumenischen Miteinander mit den katholischen Gemeinden.

Zum Blick in die Zukunft gehörte auch seine eigene Position. Ende nächsten Jahres wird Loerken in den Ruhestand verabschiedet. Und mit ihm geht der fünfte Superintendent des Kirchenkreises und zugleich der letzte, der die Leitungsfunktion im Nebenamt ausführte. Das heißt, tatsächlich war der Übergang gleitend, denn Loerken wird als Leichlinger Gemeindepfarrer bereits zu 100 Prozent vertreten durch andere Pfarrpersonen. Die Synode beschloss, dass sein Nachfolger im übernächsten Jahr als hauptamtlicher Superintendent gewählt werden soll. Damit könnten sich erstmals auch Theologen von außerhalb oder gar aus anderen Landeskirchen auf den Leitungsposten bewerben. „Gefühlsmäßig hätte ich für die Nebenberuflichkeit plädiert“, gesteht Loerken, weil er die Bodenhaftung in einer Gemeinde für wichtig hält. „Wir werden in Zukunft nicht mehr die Mehrheit sein“, stellt er mit Blick auf die prognostizierten Mitgliederzahlen fest.

Und damit meint er die christlichen Kirchen insgesamt, die sehr wohl wichtig blieben. Denn Christen, die sich engagierten, betrachteten aufmerksam und wachsam, was in der Gesellschaft passiere und sie schalten sich ein. So wie die Synode, die sich mit einer gemeinsamen Resolution ganz klar gegen jegliche Form von Menschenfeindlichkeit positionierte. „Unser Glaube lässt uns Menschen so sehen, wie sie von Gott gemeint sind: durch Christus geliebt und angenommen.“ Das klare Bekenntnis zur „Gleichheit und Gleichwertigkeit aller Menschen als Geschöpfe Gottes“ schließt ausdrücklich ethnische, soziale, religiöse und sexuelle Unterschiede ein. Und es schließt mit der Erkenntns: „Wir sind begrenzt und brauchen unsere gegenseitige Ermutigung. Wir vertrauen auf Gottes Hilfe.“