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Kirchenkreis Leverkusen: Bernd-Ekkehard Scholten neuer Superintendent

Kirchenkreis Leverkusen : Bernd-Ekkehard Scholten ist neuer Superintendent

Auf der Kreissynode vereinte der 54-jährige Pfarrer die meisten Stimmen auf sich. Er folgt Gert-René Loerken im Amt nach. Scholten sagt: „Kirche ist immer dann Kirche, wenn sie nah beim Menschen ist.“

Der Kirchenkreis Leverkusen hat einen neuen Superintendenten. Bernd-Ekkehart Scholten, 54-jähriger Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Dhünn, Wupper und Rhein (ehemals Küppersteg-Bürrig) und Assessor im Kirchenkreis Leverkusen, setzte sich erwartungsgemäß gegen seinen Mitbewerber durch. Bei der Abstimmung am Freitag erhielt Scholten 52 von 69 möglichen Stimmen. Dieter Jeschke, Pfarrer in Radevormwald, musste sich mit 15 Stimmen und zwei Enthaltungen zufriedengeben.

Scholten übernimmt als erster hauptamtlicher Superintendent die Nachfolge von Gert-René Loerken, der dieses Amt seit 2004 ausübte und Ende des Jahres in den Ruhestand tritt. Zum Kirchenkreis gehören elf Kirchengemeinden in Leverkusen, Leichlingen, Burscheid, Langenfeld und Monheim mit rund 70.000 Gläubigen.

Die fast vierstündige 115. außerordentliche Tagung der Kreissynode in der Rheindorfer Hoffnungskirche begann mit einem von Loerken geleiteten Gottesdienst. Er beschloss die Zeremonie mit den Worten: „Solange es uns gelingt, unseren Glauben weiterzugeben, ist mir nicht bange um eine kleiner, aber nicht weniger wichtig werdende Kirche.“

Danach hatte Jeschke insgesamt 45 Minuten Zeit, sich und seine Pläne, sein Verständnis vom Amt und seine Vision von Kirche vorzustellen. Vor dem Auditorium sprach er unter andrem von der Chance auf frischen Wind, den jemand von außen mitbringen könne und davon, dass weitere Reformen nötig seien, die er behutsam angehen werde. Zuletzt beantwortete der 54-jährige Familienvater, der Theologie in Wuppertal, Bonn und Heidelberg studiert und mit der Promotion abgeschlossen hatte, einige Fragen.

Nach einer Pause erhielt Scholten das Wort, gab unter anderem Einblicke in seinen privaten Lebensbereich. „Ich stamme von Bauern ab und wusste relativ früh, dass das nichts für mich ist“, bekannte der Bürriger Pfarrer freimütig, der ursprünglich aus dem Kirchenkreis Kleve stammt. „Kirche ist immer dann Kirche, wenn sie nah beim Menschen ist“, erläuterte er seinen Standpunkt, ehe er über weitere Aspekte sprach. „In unserer Kirche sind wir gemeinsam auf dem Weg“, verdeutlichte Scholten. Vieles werde anders, auch die Art des Arbeitens und kirchlichen Handelns. Man müsse nicht alle Veränderungen gut finden, aber wenn sie da seien, müssen man mit ihnen umgehen. Die Dynamik des Aufbruchs wolle er mitnehmen in die kommende Zeit, aber auch klare Ziele und Visionen, abgestimmte und konzeptionelle Grundlagen. Loerken hatte das Schlusswort: „Gehen wir mutig in die Zukunft.“

Der Superintendent leitet den Kirchenkreis in gemeinsamer Verantwortung mit dem Kreissynodalvorstand und vertritt die Kirche nach außen. Außerdem führt er Aufsicht über die Kirchengemeinden und Presbyterien, die Einrichtungen und ihre Organe.