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Kein Glyphosat-Verbot in Leverkusen

Umweltausschuss : Kein Glyphosat-Verbot für Stadtpächter

(US) Die Stadt Leverkusen will den Pächtern ihrer Äcker und Gärten derzeit nicht die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Glyphosat verbieten.

„Die explizite Untersagung“ sei „nach derzeitigem Stand verfrüht, solange es seitens des Bundes beziehungsweise der EU keine abschließende Positionierung zu einem Verbot gibt“. Die Reduktion der Anwendung von Glyphosat werde aber begrüßt, heißt es in einem Beratungspapier für die Stadtpolitiker. Der BUND Leverkusen hatte das Thema auf die Tagesordnung des Umweltausschusses gebracht und die Stadt aufgefordert, alles zu tun, um dem Artenschwund von Pflanzen und Tieren entgegenzuwirken.

Die Stadt Leverkusen hat rund 200 Hektar an landwirtschaftlichen Flächen und Grünland verpachtet. Konkret fordert der BUND, das Verbot von Glyphosat in den städtischen Verträgen festzuschreiben. Dies lehnt die Stadt weiter ab, will aber ihre 400 Pächter befragen, wo überhaupt noch dieses umstrittene Monsanto-Bayer-Mittel verwendet wird.

Roswitha Arnold (Grüne) befürwortete das sofortige Verbot. Jonas Dankert (CDU) verteidigte das Mittel, weil es bei sachgemäßer Anwendung in Ordnung sei. Dirk Löb (SPD) ergänzte: „Wir erleben gerade einen Glyphosat-Verbotsaktionismus. Den vorauseilenden Gehorsam halte ich für schwierig.“

Mit Mehrheit empfahl der Umweltausschuss dem Stadtrat, sich jetzt noch gegen ein allgemeines städtisches Verbot von Glyphosat auszusprechen. Erst sollten die Entscheidungen der Bundesregierung abgewartet werden. Die städtischen Gärtner wenden übrigens seit 2015 kein Glyphosat mehr an.