Leverkusen: Kaufsonntag: NRW-Koalition belastet die Stadt

Leverkusen : Kaufsonntag: NRW-Koalition belastet die Stadt

"Verkaufsoffene Sonntage sind extrem wichtig für den stationären Handel", finden sowohl FDP-Bundeschef Christian Lindner als auch Leverkusens CDU-Parteichef Frank Schönberger: Dennoch droht jetzt unter Umständen Ungemach.

Christian Lindner und Leverkusens CDU-Parteichef Frank Schönberger sind sich in einem Punkt einig: "Verkaufsoffene Sonntage sind extrem wichtig für den stationären Handel." Das wird Schönberger in seiner Funktion als Vorsitzender der Werbegemeinschaft City nicht müde, zu betonen. Und auch der Bundesvorsitzende der FDP sieht dies so. Denn er setzte sich jetzt in den NRW-Koalitionsverhandlungen mit der CDU dafür ein, dass künftig Kommunen acht verkaufsoffene Sonntage ermöglichen können statt der bisherigen vier. Begründung: veränderte Einkaufsgewohnheiten und der zunehmenden Onlinehandel.

Aber: "Noch nicht ganz klar ist, ob Lindner nun meint, acht Sonntage für die ganze Stadt oder eben pro Verkaufszentrum", merkt der Wiesdorfer Werbegemeinschaftschef an. Beides wäre nach Schönbergers Einschätzung in der Umsetzung problembehaftet.

Denn: Sollten es nur acht Tage pro Kommune sein, würde das Sonntags-Shoppingangebot in Leverkusen schrumpfen. Bisher gibt es pro Zentrum - Wiesdorf, Opladen, Schlebusch - vier verkaufsoffene Sonntage, wobei sich Opladen und Schlebusch (wegen der gesetzlich festgelegten Jahresobergrenze von elf Sonntage) einen Termin teilen. "Nur acht Tage für drei Zentren zusammen, das wäre grenzwertig. Dass würde uns dazu zwingen, verkaufsoffene Sonntage auch mal zentrenübergreifend anzubieten", überlegt Schönberger laut.

Aber auch die andere Variante - acht pro Verkaufszentrum sieht der Vorsitzende der Wiesdorfer Werbegemeinschaft kritisch. Denn: "Bisher gilt, dass verkaufsoffene Sonntage an Veranstaltungen gekoppelt sein müssen. In den anderen beiden anderen Stadtteilen wie etwa in Schlebusch gibt es traditonsreiche Veranstaltungen, an die der Sonntag dann geknüpft wird, in Wiesdorf eher weniger. Hier haben wir jetzt vier Feste hingekriegt, wo diese Kopplung passt. Sollte sich an diesen Genehmigungskriterien für die verkaufsoffenen Sonntage nichts ändern, wird es bei noch mehr Sonntagen schwierig." Frank Schönberger fällt die Nachbarstadt Köln ein. "Die käme dann, weil sie noch viel mehr Verkaufszentren hat, in eine echte Schräglage."

Sollte es anders werden, - Lindner hat auch angekündigt, die Rechtslage bezüglich der externen Anlässe, an die ein verkaufsoffener Sonntag gekoppelt werden muss, überprüfen zu wollen - , "hätten wir aber auf jeden Fall noch einen Puffer nach oben. Das wäre ganz gut", sagt Schönberger. Denn die verkaufsoffenen Sonntag seien Tag, die Händler maßgebliche Umsätze einbrächten. "Natürlich kann jeder auch sonntags im Internet einkaufen. Aber wenn es in der Stadt sonntags eine schöne Veranstaltung gibt, dann ist das auch ein Anreiz für die Leute, in die Stadt und auch in die Geschäfte zu gehen."

Beides muss aber zusammen passen, sagt Hans-Peter Teitscheid von der Werbe- und Fördergemeinschaft Schlebusch. "Wir haben hier auch mal einen verkaufsoffenen Sonntag ans Schlebuscher Schützen- und Volksfest andocken wollen - das haben die Leute nicht angenommen. An dem Termin wollen sie feiern", berichtet er. Teitscheid würde am liebsten die vier Sonntage für Schlebusch beibehalten, "acht finde ich für uns zu viel. Aber wir hatten noch keine Versammlung, auf der die Mitglieder darüber entscheiden würden. Vielleicht kann es gegebenenfalls ja noch etwas zwischen diesen beiden Zahlen geben."

Während Schönberger noch darauf hinweist, dass es auch rein rechnerisch bei 52 Sonntag im Jahr und abzüglich der Wochenenden, die wegen kirchlicher Feiertage ausgenommen sind, mit 24 verkaufsoffenen Sonntagen schwierig werden würde, bleibt die Stadt beim Thema erstmal gelassen. "Wir bringen die Vorlage zu den Sonntagen 2018 Anfang Juli erstmal so in die politischen Gremien", sagt Stadtsprecherin Ariane Czerwon. "Bisher sind das ja erstmal nur Absichtserklärungen."

Das Thema steht am 3. Juli auf der Tagesordnung der Sitzung des Finanzausschusses.

(RP)
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