Närrische Zeiten: Jecke Wiever und ein Schuss Magie

Närrische Zeiten : Jecke Wiever und ein Schuss Magie

Am Wochenende wurde in vielen Sälen der Stadt geschunkelt, gesungen und gelacht. In Rheindorf feierten Damen und Herren bei Sitzungen von "Schönjespritzte" und KG Ringdörp getrennt. In Schlebusch stand die Kostümsitzung der KG Grün-Weiß im Zeichen eines jecken Zaubers.

Damensitzung des KC "Schönjespritzte"

Rheindorf Bei der Damensitzung tanzten nicht nur der Hausherr auf der Bühne, sondern auch hunderte jecke Wiever auf den Stühlen. Von der ersten Minute schien der Saal zu kochen. Hagen Norhausen und sein Kegelclub KC "Schönjespritzte" taten alles dafür, dass es so blieb. Sie selber hatten die Stimmung von der ersten Minute nach oben getrieben. Das Wort "Helau" geht eigentlich gar nicht in der "Alaaf"-Zone. Aber mit dieser Version von Carolin Kebekus - angelehnt an Adeles Hit "Hello" - kamen die närrischen Veranstalter mit rosafarbenen Tütüs und weißen Strumpfhosen auf die Bühne und schon war das Ding geritzt. Ebenfalls in Rosa, wenn auch als Flamingos verkleidet, waren zehn Frauen eigens aus Sundern im Sauerland angereist. Nach ihrem Premierenbesuch im Vorjahr hatte es ihnen so gut gefallen, dass sie in diesem Jahr unbedingt wieder dabei sein wollten. "Stimmung und Programm - alles ist super", schwärmte Sabrina Tigges, die mit einer Studienkollegin von Ines Norhausen, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Gattin von Hagen Norhausen, befreundet ist.

Muntere Stimmung an den Tischen bei der Damensitzung der "Schönjespritzte" - die fröhliche Tischgruppe aus dem Sauerland war zum zweiten Mal dabei. Foto: Miserius Uwe

Weil Literat Jürgen van Elst genau weiß, wie die Frauen ticken, hatte er das Programm so gestaltet, dass die Mädels nach Büttenrede und Prinzenbesuch zu verschiedenen Musikgruppen wie den "Drei Söck" nur noch abfeiern konnten. Zuletzt rockten die "Zwerge" vom "Heddemer Dreigestirn" den Saal mit einer riesigen Parodie-Musik-Playback-Show.

Herrensitzung der KG Rhingdörp

Magisches Schlebusch - Lilo Schmitz verzauberte singend und tanzend das Publikum und sorgte zudem für manchen Knalleffekt auf der Bühne. Foto: Miserius Uwe

Rheindorf Während die Mädels noch lustig feierten, war die Herrensitzung der KG Rhingdörp Alaaf in der Aula der Gesamtschule bereits zu Ende. Das lag auch daran, dass aus Kostengründen zwei Auftritte gestrichen wurden. Dennoch waren fast 400 Besucher hellauf zufrieden mit dem, was sie gehört und gesehen hatten: Zum Beispiel den Büttenredner "Et Rumpelstilzje" oder die Showtanzgruppen "Palm Beach Girls" und "Fauth Dance Company". Mit ACDC-Titeln wie "Highway to hell" schickten die "Cöllner" schließlich die Männer auf den Heimweg. Mit dem Erfolg könnte Vorsitzender Günter Becker eigentlich zufrieden sein. Zumal im Vorjahr noch gar nicht klar war, ob und wie es mit dem Verein weiter geht. Immerhin hat Becker erreicht, dass ein neues Brandschutzkonzept für einige tausend Euro erstellt und die Sondernutzungsgenehmigung fortgesetzt werden konnte.

Doch ihn treiben weitere Sorgen um: Dem Verein und seinen 62 Mitgliedern fehlt dringend benötigter Nachwuchs. Oder ein anderer Raum für insgesamt 600 Besucher. Doch dieser ist nicht in Sicht und der Verein somit weiter angewiesen auf die Schulaula. "Brauchtum und Ehrenamt werden nur gewürdigt, wenn es für die Stadt von Vorteil ist", sagte Becker verärgert.

Nicht zuletzt hat Thorsten Herweg sein Amt als Präsident aus beruflichen Gründen niedergelegt, selbst wenn er Veranstaltungen als Sitzungspräsident vorerst weiter moderieren wird.

Kostümsitzung der KG Grün-Weiß Schlebusch

Schlebusch Im Rahmen der Familiensitzung der KG Grün-Weiß Schlebusch hat sich auch Bernd Herbel von 450 Besuchern im Festzelt auf dem Schulhof der Gesamtschule verabschiedet. Der Präsident führte die Vereinigung seit 2003. Sein Nachfolger wird bei der nächsten Hauptversammlung bestimmt. "Die Gesellschaft steht äußerst gut da. Deshalb ist mir um die Zukunft nicht bange und überlasse ich meinen Platz ganz beruhigt einem Jüngeren", betonte Herbel. Unter dem Motto "Magie im Dorf zeigt ihre Kraft, janz Schliebesch funkelt zauberhaft" führte Lilo Schmitz - verkleidet als "Avatar" - anschließend durch das abwechslungsreiche und kindgerechte Programm mit Künstlern wie Weltenbummler oder Cat Ballou. Für Angelo war es bereits die zwölfte Teilnahme. "Lieder und Witze finde ich besonders gut", erzählte der Zwölfjährige, dessen drei Jahre ältere Schwester Josie als Mariechen bei den Schlebuscher Pänz tanzt.

Ein letztes Mal hatte Literat Christoph Marx das Programm zusammengestellt, André Einig tritt in seine Fußstapfen. Als ob dies noch nicht genug der Abschiede wären, hatte auch "Marie" Katharina Tenkleve (26) beschlossen, ihr Amt bei der Tanzgarde "Die Schlebuscher" nach fünf Jahren abzugeben. "Der Tanzgarde bleibe ich auf jeden Fall erhalten", tröstete sie ihre Freunde. Doch ehe es dazu kam, musste sie ein letztes Mal ihren Partner wechseln und durfte zum Schluss mit Prinz Matze I. tanzen.

(RP)