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Leverkusen: Gesamtschule: Jecke ziehen ins Zelt

Leverkusen : Gesamtschule: Jecke ziehen ins Zelt

Die Gesamtschule Schlebusch wird Großbaustelle. Eine Folge: Die Karnevalsgesellschaft KG Grün-Weiß, die sonst in der Aula feiert, muss für ihre Sitzungen ein Zelt aufbauen. Weitere Folge: 420 Schüler werden ab August ausgelagert.

Schlebusch Es gibt kein Ding, das nicht für etwas gut ist: Weil in der Gesamtschule Schlebusch viel saniert wird, brauchen die Karnevalisten von der KG Grün-Weiß Schlebusch ein Ausweichquartier. Die Schliebescher Jecken nehmen es positiv und erwecken ganz einfach wieder das "Lachende Zelt". Mehrere Jahre stand es sehr erfolgreich auf dem Marktplatz Schlebusch und war ein großer Magnet für närrische Gäste, von denen einige allerdings mehr die Randale als den fröhlichen Karneval liebten. Für die Grün-Weiß-Sitzungen steht das beheizte Festzelt demnächst auf dem Schulhof an der Gesamtschule (für drei Sitzungen gibt es noch Karten).

14 Schulklassen müssen umziehen

Weniger zum Lachen ist rund 420 Schülern und ihren Eltern sowie einigen Lehrern zumute. Ab August müssen diese Gesamtschüler für zwei Jahre nach Küppersteg in das Gebäude der heutigen Hauptschule Görresstraße (nahe BayArena) ziehen (Schüler-Transportkosten: 13 000 Euro pro Jahr).

Der Grund für die Auslagerung der 14 Klassen: Die Stadt lässt die Gesamtschule sanieren, damit alle Räume auf den heutigen Stand der Brandschutzsicherheit gebracht werden. Bei komplett laufendem Schulbetrieb sei dies nicht realisierbar, schreiben die Dezernenten Rainer Häusler, Wolfgang Mues und Frank Stein in einem Beratungspapier für den Stadtrat.

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Die Sanierungsarbeiten wurden im Stadtrat am 6. Dezember beschlossen, jetzt folgt in der Ratssitzung am 21. Februar der Beschluss über die Auslagerung der Schulklassen. Im Vorfeld der Entscheidung hatte es massive Proteste von Eltern gegeben. Sie forderten Containerklassen auf dem Schulhof. Diese Lösung hat die Stadtspitze wegen der Kosten von 0,7 bis 1,5 Millionen Euro schnell verworfen. Die Gesamtschule Schlebusch hält die Containerklassen weiter für die beste Lösung.

Ebenfalls zum 1. August müssen die 173 Schüler der Hauptschule umziehen. Sie werden in der Manforter Theodor-Wuppermann-Schule untergebracht. Die Hauptschule Görresstraße wird in den nächsten Jahren aufgelöst.

Im Grunde haben weder Eltern noch Politiker jetzt einen Entscheidungsspielraum. Nach Aussagen der Dezernenten ist die Auslagerungskonzeption "mit allen Beteiligten vorerörtert" und "vorläufig festgeschrieben". Alle Maßnahmen seien so gestaltet, dass "ein ordnungsgemäßer Unterricht und ein ordnungsgemäßer Schulabschluss unter den Bedingungen einer Ganztagsschule (wie Mensa, Freizeitbereich, Betreuung und Förderung) ... gewährleistet sein werden". Eine Alternative zu Küppersteg wäre der Umzug der 420 Schüler zur Gesamtschule Rheindorf. Dies lehnen Schule und Eltern ab.

(RP)