Postskriptum: Karl Lauterbach kämpft auch gegen Zucker

Postskriptum: Karl Lauterbach kämpft auch gegen Zucker

Der Mann ist ein Überzeugungstäter: Als Kämpfer gegen die gefährlichen Nano-Feinstäube hat sich der Leverkusener SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach nicht nur für den langen Autobahntunnel stark gemacht, sondern auch seinen Wahlkreis gegen den Bundestrend der Genossen zum dritten Mal hintereinander direkt geholt.

Pünktlich mit dem Start der Grill-und Picknicksaison hat der Gesundheitsexperte in dieser Woche eine weitere politische Front eröffnet - gegen die Zuckerlobby und dabei vor allem die Limonadenkonzerne.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hatte dem Coca-Cola-Konzern eine Mitverantwortung für die Ausbreitung von Fettleibigkeit und Diabetes gegeben und dabei vor allem die Marketingkampagnen aufs Korn genommen. Im Gespräch mit dem NDR und mit unserer Redaktion legte der Harvard-Professor jetzt nach: Seiner Ansicht nach sei eine Zuckersteuer, wie sie etwa Großbritannien eingeführt habe, auch in Deutschland sinnvoll - vor allem in Verbindung mit einer zielgerichteten Subventionierung gesunder Lebensmittel, forderte er.

"Es geht hier nicht um den Löffel Zucker, den sich jemand morgens in seinen Espresso rührt", betont Lauterbach. Es seien vielmehr Cola und Limonaden, die "außer Wasser nur noch Unmengen von Zucker und ansonsten etwas Farbstoff enthalten, gegen die sich mein Appell richtet."

Zucker sei ein wesentlicher Faktor für Übergewicht bei Kindern - und so gleichzeitig ein großer Risikofaktor für Krankheiten wie Diabetes oder Krebs. Mit den Einnahmen der Steuer will Lauterbach die Mehrwertsteuer auf frisches Obst und Gemüse senken. PETER CLEMENT

(RP)