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Kahlschlag an der Leverkusener Wiembachallee abgesagt

Umweltausschuss dagegen : Kahlschlag an der Wiembachallee abgesagt

Die Pläne, aus Gründen des Hochwasserschutzes das Bett des Wiembachs zu verbreitern und auf der Wiembachallee bis zu 300 Bäume abzuholzen, haben eine klare politische Absage erhalten.

Der Umweltausschuss des Stadtrats stimmte mit großer Mehrheit gegen die von der Verwaltung eigentlich nur zur Kenntnis vorgelegten Pläne und gab damit die Richtung für weitere Entscheidungen vor. Die Ratspolitiker stimmten einem SPD-Antrag zu, der sich eindeutig gegen eine solche Lösung ausspricht. Auch die bereits geplante Bürgerbeteiligung soll verschoben werden. Statt dessen sind Werkstadtgespräche zum Hochwasserschutz im Bereich der Ruhlach vorgesehen. 

Die Ausweitungspläne des Wiembachs waren bereits im Vorfeld auf breite politsche Kritik gestoßen, nachdem sie über das Ratsinformationssystem öffentlich geworden waren.   

Auch der Naturschutzbeirat des Stadtrats lehnt die Pläne ab. Kritik kommt ebenso von den Leverkusener Naturschutzverbänden BUND und Nabu. „Noch mehr CO2-speichernde und sauerstoffbildende sowie feinstaubbindende und klimakühlende Bäume zu verlieren, können wir uns nicht leisten“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der beiden Verbände. Deshalb stünden sie den Plänen „kritisch bis ablehnend“ gegenüber. „Es handelt sich um Hybrid-Säulen-Hainbuchen, die zwischenzeitlich ihren Säulenwuchs aufgegeben haben.“ Sie bildeten jetzt eine dunkle, schattige Allee in Viererreihe. „Das ist für den Bach und seine Flora und Fauna zum Problem geworden, so dass sich aus Naturschutzgründen durchaus eine Renaturierung von Bach, Ufer und Allee denken lässt.“ Doch gebe es alternative „den Alleecharakter und die Bäume schonende Möglichkeiten“, meinen die Naturschützer.

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Den Hochwasserschutz im Maßstab von Jahrhunderthochwassern für die geplante Entfernung der Allee zu bemühen, ist für Nabu und BUND nicht nachvollziehbar.  Das Problem liege augenscheinlich im gesamten Gewässerverlauf nebst  seinen Zuläufen, die teilweise stark eingeengt und kanalisiert seien. „Hier wäre Handlungsbedarf, um den Gewässern ihren möglichst natürlichen Lauf und die dazugehörigen Retentionsflächen für die stärkeren Hochwasser zurückzugeben.“ Nur mit einem umfassenden Maßnahmenplan könnte man den Vorgaben der EU-Wasserrichtlinien zum Gewässer- und Hochwasserschutz gerecht werden, so die Naturschützer weiter.

Die in dieser Angelegenheit vermuteten Hintergedanken, mit der geplanten Maßnahme die weitere Bebauung zwischen der Bielert- und Düsseldorfer-Straße zu ermöglichen, scheine nicht aus der Luft gegriffen. „Wir sind empört“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.