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Leverkusen: Jungforscher machen Feuerwehrarbeit sicher

Leverkusen : Jungforscher machen Feuerwehrarbeit sicher

Gestern fiel die Entscheidung beim 48. Landeswettbewerb "Jugend forscht". Drei Tage lang präsentierten 81 Jugendliche 49 Arbeiten aus sieben Fachbereichen. Austragungsort war das Bayer-Kommunikationszentrum.

Wie gefährlich unter Druck stehende Chemiefässer werden können, konnten die Besucher des 48. Landeswettbewerbs "Jugend forscht" gestern am Stand von Marcel Gromotka (21), Mario Retzlaff (19) und Carsten Born (22) begutachten: Die Auszubildenden von Bayer und Currenta präsentierten einen Druckentlastungs-Roboter, mit dessen Hilfe die Chempark-Werkfeuerwehr hochexplosive Chemiefässer entschärfen kann. Drei Tage lang stellten 81 junge Forscher, darunter 24 Teilnehmerinnen, im Bayer-Kommunikationszentrum (BayKomm) ihre Arbeiten vor — gestern Nachmittag fiel die Entscheidung, welche Teilnehmer sich auf Bundesebene weiter beweisen dürfen. Für die drei Leverkusener Jungs reichte es nicht ganz — sie landeten mit ihrem Projekt auf Platz zwei.

Bayer unterstützt "Jugend forscht" seit der Gründung 1965. In diesem Jahr richtet das Unternehmen den Landeswettbewerb zum 48. Mal aus. Anlässlich des 150-jährigen Konzern-Bestehens wird neben dem Landeswettbewerb auch das große Finale, der Bundeswettbewerb (30. Mai bis 2. Juni), vom Leverkusener Unternehmen ausgerichtet.

Die Teilnehmer bei "Jugend forscht" sind zwischen 15 und 21 Jahren alt und treten in den Fachbereichen Arbeitswelt, Technik, Chemie, Biologie, Geo- und Raumwissenschaften, Physik und Mathematik gegeneinander an. In diesem Jahr konnte der Wettbewerb einen Anmelderekord verbuchen: Über 11 000 Jugendliche reichten ihre Projekte ein.

"Besonders an dem Wettbewerb ist sein ganzheitlicher Anspruch", erläutert Dieter Römer, der seit über 20 Jahren den Landeswettbewerb leitet. Es gehe nicht nur um die Forschungsarbeit, bewertet würde auch Präsentation und Kreativität der Teilnehmer.

Mit seiner Vorstellung dürfte das Leverkusener Team bei der Jury ebenfalls gepunktet haben. Souverän und anschaulich erläuterten die Jungforscher ihr Projekt. "Das Problem bei der Löschung von Chemiefässern war bisher, dass der Feuerwehrmann sehr nah an die Gefahrenstellen heranmusste. Das wollten wir ändern", sagt Marcel Gromotka, der seine Ausbildung zum Mechatroniker bei Bayer absolviert.

Als Ideengeber diente der Vorläufer-Roboter aus dem Jahr 2008, der nach einem Großeinsatz im vergangenen Jahr den Geist aufgegeben hatte. "Die giftigen Säuren, Laugen und Chemikalien waren bei dem Einsatz in das Gerät eingedrungen und haben es stark beschädigt, an der Stelle haben wir angesetzt", ergänzt Teamkollege Mario Retzlaff.

Mehrere Monate Arbeit investierten die drei Jugendlichen neben Ausbildung und Berufsschule in ihr Projekt — mit Erfolg: Der neue Roboter kann sich sehen lassen. "Wir haben das Druckentlastungs-Bauteil optimiert, das vorne an den Roboterarm montiert wird. Es ist jetzt zweieinhalb Kilo leichter, flexibler und kostensparender, da wir als Gehäuse ein einfaches Abwasserrohr verwendet haben. Auch das teure Innenleben ist jetzt viel besser geschützt", sagt der 21-jährige Marcel Gromotka stolz.

Und auch wenn es am Ende nicht für den ersten Platz gereicht hat — ihre Arbeit hat sich gelohnt. Marcel Gromotka: "Wir werden unser Projekt noch weiterentwickeln und verfeinern, damit die Werkfeuerwehr bald die ersten Testläufe starten kann."

(RP/rl)