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Junge Poeten im Sensenhammer in Leverkusen

Junge Poeten : Wortgefecht der Extraklasse

Junge Poeten liefern sich im Sensenhammer einen Wettkampf auf der Bühne.

Als sich die besten Jung-Poeten des Literaturkurses vom Schlebuscher Freiherr-vom-Stein-Gymnasium mit gleichaltrigen Kollegen aus den Stufen 8 bis Q2 vom Gymnasium Odenthal zum Wettstreit trafen, ging es nicht um Waffen, sondern lediglich um Worte. Beim „Poetry Slam Battle“ drehte sich im Industriemuseum Sensenhammer rund zwei Stunden alles um die Suche nach dem besten Wortakrobaten.

Nun schon zum sechsten Mal lieferten sich die Kontrahenten ein Wortgefecht der Extraklasse. Diesmal stand das Thema „Zeit“ im Mittelpunkt des kreativen Spiels mit der Sprache. Gleich zu Beginn widmete sich beispielsweise Luisa Schumacher aus Schlebusch der Aufgabe mit ihrem Werk „Zeit zum Aufräumen?“, ehe Karen Xiao aus Odenthal aus „Die Schlacht gegen die Zeit“ rezitierte. Bei „Monotonie ohne Monotonie“ gewährte Luis Chmilewski dem Publikum einen Blick in seine Gedankenwelt, während Ella Neu mit ihrer Arbeit „Geschichte neu“ über Selbstzweifel und Vergänglichkeit sprach.

Wortgewandt, unterhaltsam und mitunter emotional trugen insgesamt 16 Poeten wechselweise ihre selbstgeschriebenen Kurzgeschichten, Gedichte sowie witzige Anleitungen zum alltäglichen Miteinander vor. Inhalte drehten sich ebenso um Politik wie um Erlebtes oder Erdachtes. Doch am Ende mussten die Schlebuscher den Wanderpokal in Form der Siegesgöttin Nike aus der Hand und nach Odenthal abgeben.

Von dort war Fabian Goffin schon zum dritten Mal dabei. Er siegte mit dem Titel „Nachbar“. Das Gedicht handelte von einem verrückten Hahn, der das ganze Dorf jeden Morgen weckt und deshalb beseitigt werden soll.

Das Publikum – darunter Lehrer, Schüler, Eltern, Verwandte, Freunde und Nachbarn – hatte so entschieden. Sie alle durften mit Rosen abstimmen, die sie zuvor an der Kasse erworben hatten. Nikolina Jovanovic musste sich ebenso wie Lara Schmidt aus Schlebusch mit dem zweiten Platz begnügen. Während Nikolina ihren Text mit der Überschrift „Um 12“ versehen hatte und über eine rabiate Umweltschützerin schrieb, die jeder Pflanze einen Namen gab, trug Lara ein Gedicht über eine Zeituhr vor, die Zeit mal schnell oder langsam laufen kann.

Die Letztplatzierten waren ein wenig enttäuscht, dass Persönlichkeit und Sympathie offenbar mehr zählten als Können. „Publikumsgunst ist nie literarisch gerecht“, versuchte Heinke Stulz die  Enttäuschten zu trösten. Die  promovierte Lehrerin in Philosophie, Griechisch, Latein und kreativem Schreiben am Schlebuscher Gymnasium war Moderatorin des Abends.

Trotz allem: Die Veranstaltung wird im nächsten Jahr fortgesetzt, dann wieder in Odenthal.