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Leverkusen: Jugendkunstgruppe überzeugt mit animalischer Theatervorführung

Leverkusen : Jugendkunstgruppe überzeugt mit animalischer Theatervorführung

Ein Jahr lang hat sich der Schauspielkurs der Jugendkunstgruppen mit dem Stück "Animal Lounge" von Ulrich Hub befasst und unter Anleitung von Theaterpädagogin Verena Sander auf die Bühne gebracht. Drei Aufführungen gab es jetzt, alle im Jungen Theater Leverkusen. Die Jugendlichen hat das Theaterfieber gepackt, einige der acht Mädchen sind Wiederholungstäter.

Selbstbewusst, textsicher und mit Sinn für stimmige Mimik und Bewegungen sind sie in diese Komödie eingestiegen, eine moderne Tierfabel mit diversen Botschaften, die sich selbstverständlich der bekannten Klischees bedient.

Eine eitle Raubkatze korrigiert ausgiebig ihr Makeup, ein Affe durchsucht den Erste-Hilfe-Koffer nach Beruhigungstabletten gegen seine Wutanfälle, eine Gans wühlt im Handgepäck nach dem Reisepass, zwei geklonte Schafe vertreiebn sich die Zeit mit Klatschspielen, wenn sie nicht synchron plappern. Nur ein Pandabär (mit Artenschutz-Stempel) verschläft den größten Teil der unendlichen Wartezeit. Sie teilen dasselbe Schicksal in der "Animal Lounge" eines Flughafens, den schon seit Tagen kein Flieger verlassen hat. Wie Trophäenjäger kehren sie von ihrem Ausflug durch den völlig verlassenen Flughafen zurück mit Sonnenbrillen auf der Nase, Ginflasche und gefüllten Einkaufstüten. Die Meute hat den Duty-Free-Shop geplündert, und die altklugen Schafe übersetzen ungefragt den englischen Begriff.

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Tiermasken haben sich die Darsteller aber nicht aufgesetzt, sondern sich auf die Charaktereigenschaften der beteiligten Figuren konzentriert, die zutiefst menschlich sind. Welches Tier gemeint ist, vermittelt ohnehin der Text, sobald die Unterhaltung beginnt.

Clean und kühl ist die Atmosphäre in dem Raum, den die Mitwirkenden komplett mit Bläschenfolie ausgeschlagen haben. Auf Eis gelegt und herausgeholt aus dem natürlichen Lebensraum der animalischen Gesellschaft, die sich immer wieder von einem (Wach)Hund vertrösten lässt, bis sie von einem dazugekommenen Fuchs aufgemischt wird. Der flunkert, was das Zeug hält, weiß sich aber zu verstellen und die Gruppe zu täuschen. Jedenfalls sorgt er dafür, dass sich die Tiere den Anordnungen widersetzen und aus der Lounge ausbrechen.

Viola Lenz und Annika Weißenberg haben sich dazu nicht nur gleich gekleidet und frisiert, sondern auch perfekt im Synchronplappern geübt. Laura Angermann war der leicht cholerische Affe, Lisa Birnkott der ebenso smarte, wie verschlagene Fuchs. Lina Schäfer spielte das hübsche, aber ziemlich einfältige Gänschen und Miriam Polock den schwermütigen Hund, der seinen Geruchssinn verloren hat.

Smila Rösmann mimte eine eitle Tigerdiva mit Fernseherfahrung, wenn auch nur in der Werbebranche und Hanna Simon den phlegmatischen Panda, der sich stets auf den Artenschutz berufen kann. Jedes Tier hat seine Strategie, sich durchs Leben zu mogeln: Das erfuhren die Zuschauer in einer gelungenen, unterhaltsamen Vorstellung, die dennoch voller denkenswerter Wahrheiten war.

(RP)