Jugendförderung St. Antonius muss Campingplatz in Südfrankreich schließen

Gerichtsurteil: Leverkusener Jugendorganisation muss Campingplatz in Südfrankreich schließen

Die französische Justiz hat angeordnet, dass die Leverkusener Jugendförderung St. Antonius ihren Campingplatz in Südfrankreich schließen muss. Bei einer Überschwemmung im August war ein Betreuer ums Leben gekommen.

Die Leverkusener Jugendförderung St. Antonius müsse jegliche Aktivität auf dem Gelände einstellen, urteilte das Berufungsgericht von Nîmes am Donnerstag, wie die Jugendförderung-Anwältin der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Die Anlage sei ohne Behördengenehmigung errichtet worden, hätten die Richter entschieden, die gesamte Infrastruktur müsse abgebaut werden.

Der nördlich von Avignon gelegene Campingplatz war im August bei einem heftigen Unwetter überschwemmt worden, während dort ein von der Jugendförderung St. Antonius organisiertes Zeltlager stattfand. Ein 66-jähriger deutscher Betreuer starb. Mehr als hundert Kinder mussten in Sicherheit gebracht werden, neun von ihnen erlitten leichte Verletzungen.

Bereits Monate vorher hatte die Gemeinde Saint-Julien de Peyrolas eine Schließung des Zeltplatzes gefordert, der in einem Überschwemmungsgebiet liegt. In erster Instanz war die Gemeinde aber gescheitert. Nun ordnete das Berufungsgericht von Nîmes die Schließung des Campingplatzes an.

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"Am Anfang waren wir die Bösen, die den Kindern verbieten wollten, in den Urlaub zu fahren", sagte der Anwalt der Gemeinde. "Aber wenn der erste Richter uns gefolgt wäre, hätte es dieses Drama nicht gegeben."

In einem getrennt laufenden Verfahren ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Vorsitzenden und den stellvertretenden Vorsitzenden der Jugendförderung St. Antonius.

(wer/AFP)
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