Jürgen Ohrem investiert in Instrumente für die Musikschule

Jürgen Ohrem : Preisträger investiert in Instrumente

Jürgen Ohrem wurde mit dem Leverkusener Löwen ausgezeichnet. Das Preisgeld legt er wohlüberlegt an – zum Wohl der Musikschule.

Wer das Naturell eines Löwen kenne, der wisse, dass er seine Beute erst einmal für sich behält und wenn er satt ist, überlasse er den Rest dem nächsten im Rudel. Jürgen Ohrem ist zwar Musiker und kein Biologe, aber so viel weiß er als Preisträger des Leverkusener Löwen 2019 schon. Und genau so hat er es mit seiner „Beute“, den von der VR-Bank gespendeten 5000 Euro Preisgeld, gehalten.

Die erste Hälfte sollte zum Satt-
essen sein, deswegen gab er die an den Förderverein der Musikschule, die das Geld umgehend in den Kauf neuer Instrumente stecken wird. Die zweite Hälfte soll der Einrichtung noch lange zugute kommen. Die gab er deswegen in die Musikschul-Stiftung unter dem Dach der Bürgerstiftung bei der Sparkasse Leverkusen, und zwar bewusst nicht als Spende zum baldigen Verzehr, sondern als Zustiftung. Damit soll das Geld auch in 100 Jahren noch Gutes für die Leverkusener Musikschule bewirken.

Zwar sei die anhaltende Niedrigzinsphase grundsätzlich unerfreulich für Stiftungen, weil die jährliche Ausschüttung vergleichsweise bescheiden ausfällt. Aber Regine Marchand, die seit neun Jahren den Stiftungsvorstand leitet und damals maßgeblich für die Einrichtung geworben hat, findet es wichtig, an der Stiftung auch in mauen Zeiten festzuhalten. Weil es da langfristig gut angelegt ist, außerdem kämen irgendwann auch wieder bessere Zeiten für höhere Zinserträge. Das feste Vermögen, das selbst nicht verzehrt werden darf, betrage derzeit rund 130.000 Euro, sagt Manuel Bast.

„Man kann nur jeder Musikschule wünschen, einen solchen Nachbarn zu haben“, betonte Jürgen Ohrem die gute Zusammenarbeit mit der Sparkasse nebenan und genauso mit der VR-Bank. Auf die Unterstützung der ortsansässigen Geldinstitute sei die Musikschule ebenso angewiesen wie auf Zuwendungen der hiesigen Service-Clubs.

Ohne Stiftungs-Ausschüttungen und den Förderverein, der jährlich zwischen 80.000 und 100.000 Euro bewege, sei die Arbeit der Musikschule gar nicht denkbar. Als städtische Einrichtung habe man in den vergangenen Jahren viele Kürzungen verkraften müssen, das Land NRW gehöre zu den Schlusslichtern in Sachen Musikschulfinanzierung. Von dort kommen wenig mehr als zwei Prozent, während andere Bundesländer bis zu 25 Prozent der Kosten tragen. Der Förderverein wird die Zuwendung direkt in eine Kindertuba (Preis 5000 Euro) stecken, die für das Kinderblasorchester an der GGS Fontanestraße beschafft wird. Das Instrument kann schon von Achtjährigen wie Niclas gespielt werden. Dort unterrichten Musikschul-Lehrer, genauso wie an der GGS Im Steinfeld, im Ganztagsbereich verschiedene Blasinstrumente. Jeden Freitag ist Orchesterprobe.

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