Leichlingen: Innenstadt-Investor Philipp Kiefer bekommt schon erste Querschläge

Leichlingen: Innenstadt-Investor Philipp Kiefer bekommt schon erste Querschläge

Schon die erste herbe Breitseite empfindet Grundstückseigentümer Philipp Kiefer, seitdem er sich in der vergangen Woche als Investor und Innenstadtentwickler gegenüber Bürgermeister Ernst Müller bereit erklärt hat.

Kiefer will nun an Stelle des bisherigen Projektentwicklers einsteigen und gemeinsam mit der Stadtverwaltung, das Areal um den Stadtpark bebauen. Als Eigentümer der Grundstücke mit Kaufpark und Aral-Tankstelle sowie als Vermieter für etwa 300 Leichlinger in unmittelbarer Nähe dieses Areals sei ihm jetzt der Geduldsfaden geplatzt. "Nach sechs Jahren muss endlich etwas passieren", hatte Kiefer im RP-Gespräch gesagt. Doch nun gibt es das erste Störfeuer in Form von Kritikerschreiben, mit denen sich Kiefer auseinandersetzen muss.

Auch gestern im Ausschuss für Bauwesen, Umweltschutz und Stadtentwicklung (BUS) löste das angekündigte Engagement von Investor Kiefer nicht nur eitel Freude aus. Matthias Ebecke (SPD)sagte, er sei durch Kiefers Kritik, die Leichlinger seien sechs Jahre lang "nicht zu Potte gekommen" mit der Innenstadtentwicklung "wie vom Blitz getroffen worden". Tatsächlich sei man doch kurz vor dem Zieleinlauf gewesen, meinte er. Und er forderte: "Herr Kiefer muss seiner Verantwortung gerecht werden". Der Investor müsse sich daran halten, was das Gestaltungsteam bereits für die Innenstadt entwickelt habe, meinte Ebecke. Im Zuhörerraum, der bei dieser Sitzung komplett gefüllt war, gab es daraufhin den Zwischenruf: "Daumenschrauben, jawoll!"

SPD-Fraktionsvorsitzender Hans Gonska riet aber wörtlich zum "Abwarten und Tee trinken". Bevor nicht das Gespräch des Investoren mit der Stadtverwaltung geführt worden sei, habe noch niemand irgendeine Erkenntnis, was das Unternehmen Kiefer und Zehner denn beabsichtige.

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Damit wollte sich Waldemar Becker (UWG) aber nicht zufriedengeben. Er forderte wiederholt eine Sonderausschusssitzung und beantragte diese schließlich: Man müsse doch angesichts der unerwarteten Wendung darüber sprechen, wo die Politik Fehler gemacht habe, welche Rahmenbedingungen man für Kiefers Planung vielleicht festlegen wolle und viele Fragen mehr, die sich jetzt stellten. Beckers Antrag wurde aber abgelehnt.

Die bereits für den 8. Juli termin ierte Sitzung des BUS sagte Stadtkämmerer Horst Wende ebenso ab, wie die für den 11. Juli geplante Bürgerinformation und die für den 18. Juli avisierte Sonderratssitzung zur Innenstadtentwicklung.

"Abgewartet und Tee getrunken" wird, so auch die übrigen Fraktionen Gonskas Vorschlag folgen, nun bis zur ersten Juli-Woche. Dann soll nämlich das Gespräch zwischen Innenstadt-Investor bzw. Grundstückseigentümer Philipp Kiefer und Bürgermeister Ernst Müller stattfinden.

(RP/rl)
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