Initiative: Entscheidung zur A 3 steht bald bevor

Autobahnausbau : Initiative: Entscheidung zur A 3 steht bald bevor

Sonntag läuft die Großdemonstration zum Autobahnausbau. Eine Menschenkette ist geplant. Es geht auch um die Tunnelfrage.

Jetzt liegt es an Berlin.  Dort liegen im Bundesverkehrsministerium seit geraumer Zeit die drei Ausbauvarianten für die A 3 im Bereich Leverkusen – oberirdischer Ausbau, komplette Tunnellage oder Durchfahrttunnel. Für letztere Variante  kämpft die Interessengemeinschaft  Schleswig-Holstein-Siedlung seit Jahren. Unter anderem dafür wollen am morgigen Sonntag, 8. September, Leverkusener auf die Straße gehen. Die IG und die Bürgerinitiative „Lev kontra Raststätte“ laden zu einer Menschenkette von rund sechs Kilometern Länge durch die Stadt ein. Die Burscheider Initiative gegen eine Lkw-Rastanlage auf Burscheider Stadtgebiet schließt sich an, will die Menschenkette von Lützenkirchen nach Dürscheid verlängern.

„Wir müssen jetzt handeln“, sagt Peter Westmeier, „müssen ein Zeichen setzen, denn die Entscheidung zur A 3 steht kurz bevor. Bis Ende des Jahres soll vom Bund die bevorzugte Variante bekanntgegeben werden.“ Ende Oktober gebe es einen Infotag von Straßen NRW, vielleicht sei bis dahin auch schon etwas entschieden.

Die Autobahnbehörde Straßen NRW sagt zum aktuellen Sachstand vorerst dies: Für den Ausbau der A 3 präferiert das Land NRW den oberirdischen Ausbau. Aber alle drei Varianten seien nach Berlin gegangen. Im Schnelldurchlauf:

Oberirdischer Ausbau

In viereinhalb Jahren soll der Ausbau der A 3  über eine Länge von 4,8 Kilometern (im Stadtgebiet von Leverkusen) erfolgen. Straßen NRW beziffert die Kosten mit 233 Millionen Euro. Für die Verbreiterung müssen Flächen neben der heutigen Autobahn in Anspruch genommen werden. Die IG Schleswig-Holstein-Siedlung hatte kürzlich in den Garten einer Anwohnerin direkt an der Autobahn eingeladen, um auf die Problematik von Grundstücksverlusten aufmerksam zu machen. „Hier geht es um die Häuser und um die Gärten, in denen Menschen leben“, hatte IG-Sprecher Friedrich Jonas betont (wir berichteten).

Komplette Tunnellage

Über zwei Kilometer (Gesamtausbaulänge 4,8 Kilometer) läuft der A 3-Verkehr durch einen Tunnel. Gebaut würde daran 9,5 Jahre. Die Kosten liegen für diese Variante bei knapp einer Milliarde Euro. Zudem sieht sich Straßen NRW  bei dieser Tunnellösung Grundwasserproblemen gegenüber.

 Durchgangstunnel

Hierbei würde der Durchgangsverkehr durch einen Tunnel geführt, der Verkehr, der auf die A 1 oder nach Leverkusen will, fährt dabei weiter oberirdisch.  Es müsste also über und unter der Erde gebaut werden. Straßen NRW gibt die Ausbaulänge mit acht Kilometern an, die Tunnellänge mit fünf Kilometern, die Bauzeit läge ebenfalls bei 9,5 Jahren, die Kosten bei 2,6 Milliarden Euro. Auch hier nennt Straßen NRW Grundwasserprobleme.

Auf die Anfrage unserer Redaktion an das Bundesverkehrsministerium, wann die Entscheidung für eine Variante falle, gab es bisher noch keine Antwort.

Weitere Infos zur Demo am Sonntag, 8. September, unter www.lev-kontra-raststaette.de.