In Opladen treffen deutsche und thailändische Küche aufeinander: "Der kleine Muck"

Essen und Trinken: „Der kleine Muck“ : „Die Wahrheit liegt auf dem Teller“

In Opladen treffen deutsche und thailändische Küche aufeinander. Mit Erfolg. Besonders an Wochenende ist der Andrang groß.

Auf der Speisekarte stehen thailändische Gerichte wie Tom-Jam-Suppen oder Hauptspeisen wie Pad Prig Khing, also gebratener Fisch in Currypaste mit grünen Bohnen. Im Opladener Restaurant „Der kleine Muck“ gibt es aber auch Schnitzel und weitere, typisch deutsche Essen. Restaurantbesitzer Uwe Clasen schildert, was es damit auf sich hat: „Als junger Mann zog es mich in die Welt hinaus“, erinnert sich der 57-Jährige aus Merl in der Eifel. Nach seiner Ausbildung zum Metzger war er für drei Jahre in Moskau, um dort deutsche Wurst herzustellen. Anschließend reiste er aus dem gleichen Grund nach Bangkok. Dort lernte er seine Ehefrau Wanna kennen, seit inzwischen 26 Jahren sind die Beiden verheiratet.

Etwa ein Jahr nach der Hochzeit – das Paar lebte mittlerweile in Leverkusen – kamen sie an einem Imbiss vorbei, vor dem sich lange Schlangen gebildet hatten. Neugierig gingen sie dort Essen und waren enttäuscht. Sie waren sich dann schnell einig, es selber besser zu können. Innerhalb kurzer Zeit hatte Wanna gelernt, wie sie 50 deutsche Mahlzeiten zubereiten musste, dazu kamen rund 70 thailändische Spezialitäten aus der Heimat.

Den ersten Schnellimbiss eröffnete das Ehepaar im April 2000 auf der Lützenkirchener Straße 17. Während Clasen weiter als Metzger arbeitete, führte seine Frau das Geschäft und bot deutsch-thailändische Speisen – für damalige Verhältnisse eine ungewöhnliche Kombination. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Clasen: „Wir sind das einzige Restaurant in Deutschland, das zugleich deutsche und thailändische Küche anbietet.“ Der Grund ist naheliegend: „Bei uns gibt es alles, was wir mit Genuss auch selber gerne essen.“

Nach zehn Jahren wurde „Der kleine Muck“ für weitere zehn Jahre an die Lützenkirchener Straße verlegt, bevor es sich vor zwei Jahren an der Pommernstraße 42 etablierte – an einer Stelle, an der zuvor kurz hintereinander viele Gaststätten scheiterten. „Der kleine Muck“ läuft hingegen gut. Wer nicht reserviert, hat am Wochenende kaum eine Chance auf einen der 60 Plätze oder muss eine Weile auf das Essen warten.

Besucher beschweren sich mitunter über die spartanische Einrichtung oder die schlechte Akustik. Dazu sagt Clasen: „Die Wahrheit liegt auf dem Teller. Ein Geschäft läuft nur gut, wenn das Essen ehrlich ist. Unsere absolute Stärke ist die frische Zubereitung.“ Diese wiederum sei eine Sache der Planung, ergänzt Clasen, der seinen Beruf vor zwölf Jahren endgültig aufgab. Es gebe nur wenige Dinge, die vorbereitet würden. Dazu zählt Saté-Erdnuss-Soße, die wöchentlich aus vier Kilo gerösteten Erdnüssen hergestellt wird.

In der Küche wird Thai gesprochen, dort sind neben seiner Frau auch die beiden Söhne und die Schwägerin im Einsatz. 50 Prozent aller Gäste bevorzugen typisch deutsche Hausmannskost, die andere Hälfte thailändisches Essen bestellen, schildert Clasen, der überlegt, das Geschäft noch etwa sieben Jahre weiterzuführen. „Vielleicht übernehmen danach die Jungs?“ hofft er insgeheim.

Die Zukunft für ihn und seine Frau sieht er jedenfalls in Opladen. „Hier fühlen wir uns sehr wohl, die Menschen sind toll.“