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Leverkusen: In Opladen rollen mehr Güterzüge

Leverkusen : In Opladen rollen mehr Güterzüge

Der Ausbau der Bahnstrecke zwischen Rotterdam und Genua (Betuwe-Route) wirkt sich wahrscheinlich stark auf Leverkusen aus. Die Zugdichte soll deutlich zunehmen. Der Stadtrat fordert mehr Informationen.

Die Zahl der Güterzüge durch Opladen, Fixheide, Alkenrath und Schlebusch wird sich in den nächsten Jahren tagsüber fast verdoppeln. Dies berichtet ein Stadtvertreter jetzt in einem Beratungspapier für den Leverkusener Stadtrat. Die Zahlen stammen aus einer Untersuchung der Bahnstadt-Vorplanungen von 2009. Spätestens 2015 werden täglich 153 Güterzüge die Strecke durch Leverkusen benutzen. 2009 waren es nach Angaben der Bahn erst 83 Güterzüge. Nachts soll die Zugdichte sich lediglich um zwei Züge auf dann 54 Fahrten erhöhen, heißt es weiter.

Die Güterzugstrecke Nr. 2324 (Leichlingen über Opladen und Schlebusch) wird von der Stadtverwaltung als "eine der großen Lärmverursacher" in Leverkusen eingestuft. Dies werden die Anwohner der Stadtteile ohne weiteres unterschreiben. Dabei sind deutlich Unterschiede zwischen Personenzügen und den meisten Güterzügen zu hören.

Rumpelnde Waggons

Wenn wegen Baustellen wieder einmal Regionalzüge oder ein ICE über die Güterzugstrecke umgeleitet werden, gleiten diese Bahnen fast dezent an den Wohnsiedlungen vorbei. Güterwaggons, speziell die alten Vehikel, kündigen sich schon hunderte Meter vorher mit Gerumpel, Quietschen und anderem Krach an. In vielen Gärten müssen Gespräche dann unterbrochen werden. Die Fraktion Bürgerliste hatte das Bahnthema wegen der Lärmbelastung aufgegriffen und eine Bürgerinformationsveranstaltung der Stadt gefordert. Zudem müsse klar sein, dass den Anwohnern Lärmschutzmaßnahmen zuständen. Im Umwelt- und Bürgerausschuss wurde der Antrag vertagt, weil die Bahn in Leverkusen derzeit keine Streckenausbauten wie etwa im Bereich Oberhausen-Emmerich plane. Dort ist die Verbreiterung auf drei Gleise in Vorbereitung.

Die Stadt solle zunächst weitere Informationen von der Bahn einholen und der Politik über die Auswirkungen der internationalen Betuwe-Linie berichten, sagte der umweltpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Bernhard Marewski.

Elektronisches Stellwerk

Die Bahnen rüsten die europäische Güterzugstrecke auf elektronische Stellwerktechnik um. Übrigens auch in Opladen, weshalb die Entscheidung für oder gegen die Verlegung der Güterzugstrecke jetzt erfolgen soll, um sicher zu sein, dass die neue Technik nur einmal montiert werden muss. Die künftige Steuerung ermöglicht eine höhere Zugdichte. Ohnehin muss die Stadt auch unabhängig von der Betuwe-Strecke den Lärmschutz an der Bahn in Opladen prüfen — eben wegen der Gleisverlegung.

(RP)