In der Kapelle des Remigius-Krankenhauses gibt es Konzerte, Lesungen und mehr

Kultur im Krankenhaus : Hoffnung, Mut und Lebenswille

Regelmäßige kulturelle Angebote in der Kapelle des Remigius-Krankenhauses sollen kranke und gesunde Menschen zusammenbringen.

Streichquartett, Jugendchor und Gitarrenduo. Sie alle waren in diesem Jahr schon zu Gast, während Kammermusiktrio und Blechbläserquintett ihre Auftritte noch vor sich haben. „Kultur im Krankenhaus“ nennt sich das Projekt, das zwar nicht ganz neu, aber immer noch nicht so wirklich bekannt ist. Für die Organisatorinnen ist es hingegen eine echte Herzensangelegenheit. Denn sowohl Carolin Buntenbach, Quartiersmanagerin im CBT-Wohnhaus Upladin, als auch Babette Schwellenbach, katholische Krankenhaus-Seelsorgerin, wissen, dass Wohlbefinden durch Kultur unterstützt werden kann. Kultur gilt bei Kranken als wichtiger Bestandteil des Heilungsprozesses. Gesunde profitieren von schönen Dingen als Form von Lebensqualität. Nicht zuletzt wollen Buntenbach und Schwellenbach damit Hoffnung, Mut und Lebenswillen stärken.

Schon seit drei Jahren verwandelt sich die Kapelle im Opladener Sankt Remigius-Krankenhaus einmal im Monat zum Kulturtempel. Jeweils mittwochs sind alte, junge, kranke und gesunde Menschen zur Teilnahme eingeladen. In der Regel kommen rund 40 Besucher. Einerlei, ob sie das Programm als Künstler gestalten oder als Zuhörer genießen wollen. Senioren werden eigens vom Wohnhaus Upladin mit einem kleinen Bus zum Veranstaltungsort gefahren.

„Ich kannte die Kapelle noch aus meiner Schulzeit und hatte sie als nette Wohnzimmer-Atmosphäre in Erinnerung“ beschreibt Buntenbach ihre Intention. Das niederschwellige Angebot – an dem sich auch das Katholische Bildungswerk beteiligt und das im Rahmen der wirkungsorientierten Steuerung durch die Kommune gefördert wird – ist besonders bei Künstlern beliebt. Denn sie gestalten das 30 Minuten dauernde Programm ausschließlich nach ihren Möglichkeiten. Das Kurzprogramm lässt sich gut für Laienkünstler realisieren, die nicht unbedingt ein einstündiges Konzert spielen oder ein ganzes Abendprogramm gestalten können.

Bei allem geht es weniger um Perfektion, als vielmehr um Spaß und Freude, wenn sich die Akteure eine Stunde vor dem Termin treffen, um im Krankenhaus zum kostenfreien Besuch einzuladen. Wer das Bett hüten muss, kann ebenfalls dabei sein, denn das Event wird live per Hauskanal übertragen. „Es fügt sich alles zusammen“, beschreibt Buntenbach ihre bisherigen Erfahrungen.

Die Suche nach Beiträgen von Laienkünstlern für 2020 hat bereits begonnen. Infrage kommen Lesungen, Sketche, Kabarett oder andere Vorführungen, die in den Rahmen einer Kapelle passen. „Heavy Metall ist natürlich ausgeschlossen“, sagt Schwellenbach. Ein festes Honorar ist nicht vorgesehen, das Aufstellen eines Spendenkorbes ist aber möglich. Aktuell wird überlegt, das Format auch an andere Veranstaltungsorte zu bringen, um Bürgern durch kurze Wege bessere Teilhabe zu ermöglichen. Vorausgesetzt, es gibt einen weiteren Kooperationspartner, ist die Rede vom St. Joseph Krankenhaus oder dem Seniorenheim Haus Rheinpark in Wiesdorf.