In der Bahnstadt Opladen startet die Ausbildung zur Altenpflegefachkraft.

Ausbildung zur Altenpflegefachkraft : Ein Lichtblick am Fachkräftehimmel

In der Neuen Bahnstadt Opladen startet der erste Jahrgang die Ausbildung zur Altenpflegefachkraft.

Am Montag war erster Schultag für 25 junge Menschen, die sich zur Altenpflegefachkraft ausbilden lassen. Um einen Job müssen sie sich keine Gedanken machen, wenn sie in drei Jahren ihr Examen in der Tasche haben, denn sie werden sehnlichst erwartet. Die Rheinische Akademie für Pflege und Gesundheit hat mit diesem Ausbildungsjahrgang die Arbeit in der Neuen Bahnstadt Opladen aufgenommen.

Das Besondere: Diese Klasse darf noch nach der alten Ausbildungsordnung bis zum Abschluss geführt werden. Für sie gilt „Bestandsschutz“ wenn am 1. Januar das neue Gesetz in Kraft tritt, das die Ausbildungsgänge Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege zusammenfasst.

Die zweite Besonderheit ist die Zusammensetzung der Gruppe, von der etwa die Hälfte aus Leverkusen und Umgebung stammt, die andere Hälfte aus acht verschiedenen Nationen kommt. Herkunftsländer sind Mazedonien, Botswana, Kamerun, Nigeria, Russland, Brasilien, China und Indien.

Dort haben Sudhees Suresh und Sivaraj Reghunathan bereits ein Studium in Biotechnologie abgeschlossen. Beide wollen so auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß fassen und sprechen bereits sehr gut Deutsch. Das ist nicht bei allen ausländischen Auszubildenden so, deswegen sind Sprachberatung und gezielte, individuelle Sprachförderung ein wichtiges Modul im Ausbildungskatalog, den Schulleiter Peter Neurohr bei der gestrigen Eröffnung mit Gästen und Partnern vorstellte.

Und dann stellte er das Sparschwein aufs Pult, das in den nächsten drei Jahren als „Sprachschwein“ dienen soll. Denn im Unterricht ist Deutsch Pflicht, jede Äußerung in einer anderen Sprache kostet einen Euro. „In drei Jahren können wir uns davon alle satt essen“, vermutet Neurohr.

Er hoffe auf eine Einladung zur Examensfeier am 31. Oktober 2022, auch wenn er dann nicht mehr Bürgermeister sein, sagte Bernhard Marewski und lobte die neue Einrichtung, die sich darauf spezialisiert hat, Pflegekräfte aus anderen Ländern zu schulen, um dem hiesigen Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Die Akademie in der Neuen Bahnstadt ist zwar erst in diesem Jahr als gemeinnützige Organisation in Leverkusen gegründet worden, aber die chinesische Muttergesellschaft, die in Düsseldorf ansässige AERY GmbH, habe bereits zehn Jahre Erfahrung auf dem Gebiet.

So gibt es bereits ein Netzwerk von Altenheimen, ambulanten Pflegediensten, Reha-Einrichtungen, geriatrischen und geronto-psychiatrischen Einrichtungen sowie Krankenhäusern, in denen der praktische Teil der Ausbildung stattfindet. Die theoretische Ausbildung umfasst mindestens 2100 Stunden, die praktische mindestens 2500 Stunden.

Parallel sind in der Akademie Lehrgänge zur Weiterbildung für bereits ausgebildete Pflegekräfte angelaufen. Im nächsten Jahr soll die generalistische Pflegeausbildung folgen.