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Impfzentrum: Bayer übergibt Erholungshaus an Stadt Leverkusen

Betrieb im Impfzentrum Leverkusen soll am 1. Februar starten : Bayer übergibt Erholungshaus für ein Jahr an Stadt

Im Impfzentrum an der Nobelstraße können pro Stunde 40 Menschen geimpft werden. Sie werden registriert und automatisch durch die Anlage geführt. Starttermin soll der 1. Februar sein.

Seit Wochen ist das Impfzentrum im Erholungshaus eingerichtet. Auch Logistik und Personal stehen parat. Jetzt fehlt nur noch der Impfstoff, dann kann der Kampf gegen das Coronavirus beginnen. Das wird voraussichtlich am 1. Februar der Fall sein. Am Mittwoch übergab Werner Baumann, Vorstandschef von Bayer, das Erholungshaus für ein Jahr offiziell an die Stadt. Er überreichte symbolisch ein Gebäude-Modell an Oberbürgermeister Uwe Richrath.

„Das ist für mich ein historischer Moment und ein wichtiger Schritt zurück zu einem normalen Leben“, betonte Richrath. Indem Bayer das Erholungshaus unbürokratisch angeboten habe, stelle das Unternehmen zugleich sein gesamtgesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein unter Beweis. Baumann: „Während die Kultur ruhen muss, können wir mit unserer Infrastruktur dazu beitragen, dass der Spielbetrieb hoffentlich bald wieder beginnen und die Menschen ein normales Miteinander haben können, mit allem, was zum Leben dazugehört.“ Unlängst hatte der Konzern mit dem Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac eine Kooperation geschlossen, um dessen Impfstoff sobald wie möglich zur Verfügung zu stellen (wir berichteten).

Das Erholungshaus sei unter anderem wegen seiner guten Lage optimal geeignet, bemerkte Feuerwehrchef Hermann Greven. Parkplätze stehen vor dem Haus an der Nobelstraße 37 und in der City zur Verfügung, die Bushaltestellen sind vor der Haustür. Dass der Name noch zum Programm werde, sei das i-Tüpfelchen. Die Stadt darf das Haus kostenfrei nutzen, anfallende Betriebskosten übernehmen Bund und Land NRW.

Bei einem Rundgang erläuterte Tim Feister, Kreisgeschäftsführer des Malteser Hilfsdienstes, Anordnung und Ausstattung von vier Impfstraßen. Rund zehn Personen können pro Stunde und Impfstraße geimpft werden. Ablauf: Nach Kontrolle der Personalien erhält jeder zu Impfende – gegebenenfalls auch eine Begleitperson – bei der elektronischen Registrierung ein Band mit einer Nummer. Danach werden sie automatisch durch die Einrichtung geführt, sämtliche Prozesse sind leicht verständlich. Im Wartebereich sind Aufklärungsvideos der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) zu sehen. Dazu kommt eine Beratung durch einen Mediziner, der auch den Impfstoff injiziert. Zum Schluss erreichen Geimpfte einen Wartebereich, in dem sie – falls Nebenwirkungen auftreten – 30 Minuten unter medizinischer Aufsicht warten sollten. „Bisherige Erfahrungen zeigen, dass es allenfalls zu Nebenwirkungen gekommen ist, die bei Impfungen üblich sind“, berichtet Feister.

Nun werden mehr als 10.000 Bürger angeschrieben, die 80 Jahre und älter sind. In dem Brief erklären Stadt und KV das Anmeldeverfahren für beide Impftermine, für die je eine Stunde eingeplant werden sollte. Weitere Infos: www.mags.nrw/coronavirus-impfablauf oder 0800 11611701. Einen Eintrag in den Impf-Ausweis gibt es nicht, sondern Bescheinigungen. Wer einen Stempel im Impfbuch haben möchte, solle sich später an den Hausarzt wenden, empfiehlt Feister.