Stadtentwicklung in Leverkusen: Immobilien-Experten sehen Chancen in Leverkusen

Stadtentwicklung in Leverkusen: Immobilien-Experten sehen Chancen in Leverkusen

Für Projektentwickler scheint Leverkusen als Standort immer interessanter zu werden, denn die Preise in Köln und Düsseldorf sind hoch, in der Chemiestadt dagegen moderat. Die punktet durch Infrastruktur. Gestern war Expertentreff.

Was die Leverkusener verbindet, wollte die Moderatorin von Rüdiger Vollborn, dem Fußballer, der mit Bayer einst den DFB-Pokal gewann, wissen. Die launige Antwort des Fan-Beauftragten: "Die Leverkusener fühlen sich verbunden, weil andere sie nicht mögen." Eine zart-böse Antwort, die er im Rahmen einer Veranstaltung in den Räumen der Leverkusen Sparkasse gab: "Immobilien-Dialog Leverkusen - Wann? Wenn nicht jetzt!"

Das Thema wurde bewusst mit einem Ausrufezeichen versehen; denn so mancher Immobilien-Experte wundert sich, dass Leverkusen bis jetzt wenig von der Nähe zu Köln und Düsseldorf profitiert. Also haben sich auf Einladung des Veranstalters "Heuer Dialog" Experten zu einer Bestandsaufnahme getroffen, um den Immobilienmarkt dieser Stadt, an der die meisten nur vorbeifahren, aus Sicht von Investoren und Projektentwickler einmal genauer zu bewerten.

Allseits ist bekannt, dass der Immobilien-Markt boomt. Und wenn dabei die Preise in Köln nicht nur für viele unbezahlbar werden, sondern nicht einmal geeignete Flächen vorhanden sind, dann muss der "Dampf aus dem Kessel". Gibt es da nicht Leverkusen als ein bislang nicht so bekannter Standort, in durchaus attraktiver Lage, verkehrsmäßig bestens angebunden? Und nicht zuletzt noch zu vergleichsweise bezahlbaren Preisen?

Was die verkehrliche Anbindung angeht, empfinden die Menschen diese mitunter als zu gut - mit viel Verkehr, vielen Staus auf den Autobahnen und überfüllten Zügen. Aber das kann sich ja ändern. Etwa wenn die Leverkusener Autobahnbrücke fertig sein wird oder der neue RRX von der Bahn im Viertelstunden-Takt die beiden rheinischen Großstädte mit Halt in Wiesdorf verbindet. Auch andere Rheinquerungen sind marode und müssen erneuert werden, dann hat Leverkusener bereits eine neue Brücke.

Die zentralen Bahnhöfe in Wiesdorf und Opladen werden erneuert, wenn auch das noch geraume Zeit in Anspruch nimmt. Aber mit der Opladener Bahnstadt verfügt die Stadt über ein Pfund bei Investoren und Projektentwickler, die die Chancen der guten Lage schon jetzt erkennen und umsetzen können.

Frage also: Was fehlt noch, um zu einem besser bekannten B-Standort zu werden? Die Antworten der Referenten stimmen zuversichtlich: Mobilität und Erreichbarkeit sind (bald) vorhanden, Sport und Bildung sind da, urbanes Leben in Leverkusen ist möglich, es gibt ein zukunftsfähiges Einkaufszentrum, mit der Bahnstadt ein attraktives, bewusst auf Qualität ausgerichtetes neues Stadtquartier.

Vera Rottes, Bahnstadt-Geschäftsführerin, berichtet, dass selbst Kölner die Vorteile des Standortes mittlerweile erkennen. Leverkusen wird für Investoren immer interessanter - aber offenbar eben erst, bei einem zweiten, einem näheren Blick.

(sg-)
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