Leverkusen: Immer mehr Wohnungseinbrüche

Leverkusen : Immer mehr Wohnungseinbrüche

Die Zahl der Einbrüche in Leverkusen und Leichlingen ist gestiegen. Die Aufklärungsquote ging gleichzeitig zurück. Auch die Diebstähle aus Autos haben stark zugenommen. Gewerkschafter fordern mehr Personal.

Leverkusen/Leichlingen Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Leverkusen und Leichlingen ist massiv gestiegen. Der Kölner Polizei wurden im ersten Halbjahr diesen Jahres 3523 Einbrüche gemeldet, das sind 319 Delikte (10 Prozent) mehr als im ersten Halbjahr des Vorjahres. Im Rheinisch-Bergischen-Kreis stieg die Zahl der Einbrüche von 402 im ersten Halbjahr 2011 auf 495 im ersten Halbjahr 2012. Das entspricht einer Zunahme von 23,1 Prozent.

Aufklärungsquote gesunken

In Leichlingen ist die Zahl der Wohnungseinbrüche um 55 Prozent von 29 auf 45 gestiegen. Gleichzeitig sank die Aufklärungsquote von 35 auf elf Prozent. "In der Vergangenheit wurden bei Festnahme eines Täters gleich mehrere Fälle gelöst", kommentierte Peter Raubuch, Polizeisprecher des Rheinisch-Bergischen Kreises, die zurückgehende Aufklärungsquote.

In Leverkusen stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche von 270 im ersten Halbjahr 2011 auf 459 Delikte im ersten Halbjahr 2012 — ein Anstieg von fast 70 Prozent. Ein Polizeisprecher nannte die Zahlen "alarmierend", man müsse jedoch berücksichtigen, dass es sich bei den Zahlen nur um die "erfassten" und nicht um die "tatsächlichen" Fälle handele. "Viele Vorgänge aus Dezember 2011 wurden erst im Januar 2012 nachträglich verbucht", sagte der Sprecher weiter.

Die vielen Einbrüche, vor allem in Großstädten und in der Nähe von Autobahnen, seien auch eine Folge der EU-Erweiterung um Bulgarien und Rumänien sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD). Deshalb gehe die Polizei gezielt gegen südosteuropäische Banden vor.

Für die Aufklärung fehle es jedoch an Personal, sagte Gerd Werner, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei im Rheinisch-Bergischen Kreis. Organisierte Banden, die von Kreis zu Kreis ziehen und Häuser ausräumen seien mit dem aktuellen Personal nicht zu fassen. "Wir brauchen vor allem mehr Beamte, um Präsenz auf den Straßen zu zeigen", sagte Werner. So könnten viele Straftaten verhindert werden. Im Schnitt habe ein Ermittler in NRW 60 Minuten Zeit, um einen Einbruch aufzuklären, berichtete Wilfried Albishausen, Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter.

"Zu wenig", betonte Gerd Werner. Allein die Tatortaufnahme dauere rund 45 Minuten. "Anschließend müssen noch Spuren ausgewertet und technische Untersuchungen gemacht werden", zählte der Gewerkschaftsvorsitzende auf.

Auch Diebstähle von Navigationsgeräten nehmen weiter zu. Während die Polizei im Rheinisch-Bergischen Kreis im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres noch 338 Diebstähle aus Autos registrierte, waren es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 545 Delikte. Das entspricht einem Anstieg von 61 Prozent. In Leichlingen stieg die Zahl der Diebstähle aus einem Kfz von 19 im ersten Halbjahr 2011 auf 23 im ersten Halbjahr 2012.

1000 Navi-Diebstähle in 2011

Zuletzt hatte die Kölner Polizei im Frühjahr eine ganze Bande hochgenommen und Hunderte Navigationsgeräte wiedergefunden (wir berichteten). "Bei den Tätern handelt es sich meist um gut organisierte Banden aus Osteuropa", sagte Peter Raubuch auf Anfrage. Wenn eine Zelle ausgehoben worden sei, könnte diese problemlos ersetzt werden.

Das bestätigte auch Rüdiger Thust, Kommissariatsleiter des für Autoaufbrüche zuständigen KK 74 der Kölner Kripo. "Die Täter haben kein Problem, neues Personal nachzuliefern." In Köln und Leverkusen wurden im vergangenen Jahr insgesamt 1000 Radionavigationsgeräte gestohlen. Diese Zahl werde voraussichtlich auch in 2012 erreicht, sagte Thust. Die Tendenz sei "eher steigend".

Hier geht es zur Infostrecke: Kriminalstatistik 2011 für Leverkusen

(RP)