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IHK will Firmen auf das Fachkräfteeinwanderungsgesetz vorbereiten

IHK sorgt sich : Firmen fremdeln mit Fachkräftegesetz

Das neue Gesetz für qualifiziertes personal aus Nicht-EU-Staaten soll im März in Kraft treten. Viele Firmen wissen davon noch nichts. Die IHK will helfen.

Fachkräfteeinwanderungsgesetz – ein sperriger Begriff für ein Vorhaben, das dem Fachkräftemangel entgegenwirken soll. Denn das Gesetz schafft laut  Innenministerium „den Rahmen für eine gezielte und gesteigerte Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften aus Drittstaaten. Ziel ist, dass diejenigen Fachkräfte zu uns kommen können, die unsere Unternehmen vor dem Hintergrund des großen Personalbedarfs und leerer Bewerbermärkte dringend benötigen.“ Das seien Hochschulabsolventen und Leute mit qualifizierter Berufsausbildung, heißt es aus dem Seehofer-Ministerium. Klingt gut. Nur: Unternehmer, also die Profiteure, wissen wenig bis gar nichts von dem neuen Gesetz, das ab März in Kraft treten soll.

Dies jedenfalls ist die Erfahrung der Industrie- und Handelskammer (IHK) bei ihrer Herbstumfrage zur Konjunktur. Auf die Fragen zu dem Thema, hätten viele Unternehmen aus Leverkusen und Rhein-Berg keine Angaben gemacht. Der Eindruck bei der IHK: „Viele kennen das Gesetz  bisher gar nicht“, sagt Eva Babatz, Leiterin der Zweigstelle Leverkusen/Rhein-Berg. Bisher seien die Regelungen für Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten sehr kompliziert. Mit dem neuen Gesetz soll dies einfacher werden. Die IHK bereite derzeit eine so genannte „landing page“, eine Internetseite für Firmen zu dem Thema vor. Es soll auch Veranstaltungen dazu geben. „Wir wollen eng begleiten“, betont Babatz. Denn Fakt sei: „Wir brauchen keine ungelernten Arbeiter. Sie haben bei der Digitalisierung irgendwann keine Chance mehr. In einem hochentwickelten Land wir Deutschland ist die Qualifizierung besonders wichtig.“ Dies gelte nicht nur für Kräfte aus dem Ausland, sondern auch für Berufstätige hierzulande.

Apropos. Bei der Umfrage habe sich auch herausgestellt, dass mehr als die Hälfte der Firmen beklage, offene Stellen nicht längerfristig besetzen zu können. „Wenn der Fachkräftemangel anhält, drohen eine größere Belastung für die vorhandene Belegschaft und steigende Arbeitskosten.“ Immerhin wolle mehr als jede zehnte Firma künftig gezielt Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten anwerben. „Einem Drittel war dies bislang aber zu aufwändig. Vielen Firmen fehlen derzeit Infos zu den Erleichterungen durch das Gesetz.“

(LH)