Bahnstadtquartier Opladen soll ab 2023 gebaut werden IHK Köln warnt vor der Verödung der Innenstädte

Leverkusen · Corona ist der Brandbeschleuniger für die Entwicklung hin zum Online-Handel, sagt Uwe Vetterlein, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Köln. Auch in Leverkusen ist das von enormer Bedeutung, vor allem für die Entwicklung der City C in Wiesdorf und des Bahnhofsquartiers in Opladen.

 Ob das Bahnhofsquartier in dieser Form am nördlichen Ende der Bahnstadt-Westseite gebaut wird? Cube Real Estate will 2023 mit dem Bau beginnen.

Ob das Bahnhofsquartier in dieser Form am nördlichen Ende der Bahnstadt-Westseite gebaut wird? Cube Real Estate will 2023 mit dem Bau beginnen.

Foto: Kadawittfeldarchitekten

(LH) Die relative Bedeutung des Handels in Innenstädten nimmt ab. Ein harter Satz. Ihn sagt nun Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Köln. Und er setzt obendrauf: „Die Dominanz der Handelsfunktion der Innenstädte war schon rückläufig, wir diskutieren seit zehn Jahren über einen deutlichen Strukturwandel im Handel. Nun ist Corona der Brandbeschleuniger für die Entwicklung zum Online-Handel. Und was kommt dann? Verödung?“

Weil das die Lösung nicht sei, fordert Vetterlein eine intensive Debatte über neue Nutzungen der Innenstädte. „Mehr Wohnen, Handwerkerhöfe, Dienstleistungsarbeitsplätze.“ In Köln sei das etwa für Hohe Straße und Schildergasse angelaufen.

Auch in Leverkusen bewegt das Thema, und zwar seit einiger Zeit, etwa bei der Frage, was aus der leerstandsgeplagten City C in Wiesdorf werden soll. Die neue Stadtentwicklungsgesellschaft startet gerade einen Wiederbelebungsversuch. Beispiel zwei: das Bahnhofsquartier in Opladen Es soll das neue Entrée zur Innenstadt werden. Geplant ist ein gemischt genutztes Areal mit Wohnen, Büros, Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistungen und Hotel. Die Stadt spricht von einer zukunftsfähigen Standortentwicklung.

Mittlerweile hat Entwickler Cube Real Estate das Projekt vom Vorgänger übernommen. Dieser hatte sich sich im Zusammenhang mit der Corona-Krise eine mehrmonatige Bedenkpause erbeten, um zu prüfen, welche Handelsansiedlung in Post-Corona-Zeiten noch sinnvoll sein könnte. Ein Workshop mit Investor, Bahnstadt, Politik und Fachleuten war initiiert worden, um eben das zu diskutieren, was Vetterlein anspricht: „Auswirkungen von Corona und Online-Handel auf den stationären Handel.“ Unumstößlich sei, das sagte Ex-Bahnstadt-Chefin Vera Rottes 2020, ein Lebensmittelvollsortimenter. Aber ob ein Elektromarkt in geplanter Größe zeitgemäß sei, müsse geprüft werden. Man wolle nicht am Markt vorbeiplanen und Leerstände produzieren.

Die Bahnstadt teilt nun mit: 2023 soll Baustart fürs Quartier sein. Bisher noch offen ist, was nun inhaltlich vorgesehen ist.

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