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Idee der Grünen Leverkusen: Nachbarn sollen "Gärten des Grauens" melden

Grünen Idee stößt auf Kritik : „Gärten des Grauens“ melden

Die Grünen wollen stärker gegen Hauseigentümer vorgehen, die gegen Bestimmungen des Bebauungsplans verstoßen.

Die Stadt Leverkusen soll schärfer gegen Hauseigentümer vorgehen, die auf ihren Grundstücken gegen städtische Pflanzanweisungen verstoßen. Das verlangt die Ratsfraktion der Grünen.

Gemeint sind speziell neuere Wohngebiete, für die in den Bebauungsplänen festgelegt ist, welche Hecken oder Bäume von den Privatleuten anzulegen sind. Diese Anordnungen seien keine Schikane, betonte Grünen-Politiker Klaus Wolf im Bauausschuss. Die Grünanlagen sollten helfen, das Stadtklima zu verbessern. Als Beispiel nannte er die kleine Siedlung auf der „Bullenwiese“ (nahe Willy-Bandt-Ring). Eine Genehmigungsgrundlage für diese Häusergruppe in dem sensiblen Gebiet sei, dass viel zusätzliches Grün angelegt und gepflegt werde. Versiegelte und ökologisch wertlose Gärten, speziell Schottergärten, verhinderten die Verbesserung der Lebensqualität. Notfalls sollten Nachbarn solche unerwünschten Gärten der Stadt melden, sagte Wolf.

Markus Pott (OP Plus) stufte Nachbarmeldungen an die Stadt über „Gärten des Grauens“ als „unglückliches Verfahren“ ein. CDU-Ratsherr Paul Hebbel sagte: „Wenn man weiter gute Nachbarschaft wünscht, dann unterlässt man diese Meldungen...“ Baudezernentin Andrea Deppe betonte jedoch, dass ihre Behörde von sich aus oder nach solchen Hinweise tätig werde und auf die Anwohner einwirke.

Kommentar

Von Bernd Bussang

Ups, da war sie wieder, die Partei, die  gerne verbietet und sanktioniert. In der Sache auf richtigem Kurs. Denn niemand will Beton-Gärten haben. Als aber dann der Alt-Grüne Klaus Wolf im Bauausschuss öffentlich zur Denunziation aufrief, mussten viele Zuhörer schlucken. Umweltschutz als Dogma,  frei nach dem Motto: Und hält sich einer nicht daran, zeige ich den Nachbarn an! Ein Ausrutscher war das sicher nicht. Denn der frühere grüne Bürgermeister  ist bekannt dafür, dass ihm bisweilen die Pferde durchgehen. Ein weiterer Fehltritt.