1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

I-Dötze mit Schultüte und Maske

Schulstart in Leverkusen : I-Dötze mit Schultüte und Maske

In Leverkusen erleben hunderte Erstklässler diesen für sie wichtigen Schritt in einer besonderen Zeit. Trotzdem ist die Freude groß. An der Gemeinschaftsgrundschule Opladen werden immer zwei Klassen gleichzeitig eingeschult, so wird der Tag entzerrt.

An den ersten Schultag erinnern sich die meisten noch lange zurück. Der Schritt vom Kindergarten in die Schule ist ein wichtiger in der Entwicklung der Kinder.

Auf diesem Weg begleitet Schulleiterin Friederike Stahl die Kinder seit 23 Jahren. Sie leitet die Gemeinschaftsgrundschule in Opladen, die einen Standort an der Herzogstraße und einen an der Hans-Schlehahn-Straße hat. Die Einschulung läuft in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie selbstverständlich anders ab, als Stahl und ihr Kollegium das aus den Vorjahren gewohnt sind. „Normalerweise werden alle Kinder gleichzeitig eingeschult“, sagt die Schulleiterin. „Wir sind dann alle zusammen erst in der Kirche, das ist meist sehr emotional.“ Auf Emotionen sollen Eltern und Kindern aber auch in diesen Zeiten nicht verzichten, deshalb haben sich die Verantwortlichen ein Konzept einfallen lassen, das die Gefühle so gut wie möglich transportiert.

In diesem Jahr wurden immer nur zwei Klassen gleichzeitig zur Schule gebeten. So wurde das Prozedere entzerrt. Auf dem Schulhof hatten die Lehrkräfte Reifen ausgelegt, so dass sich jede Familie an einem der Reifen aufhalten sollte. Nach einer kurzen Ansprache von Friederike Stahl und ein wenig Musik ging es für die I-Dötzchen in die Klassen. Lange sollten sie sich dort nicht aufhalten, denn die nächste Gruppe wollte ebenfalls eingeschult werden. Trotzdem haben die Kinder an ihrem ersten Tag bereits den ersten Buchstaben gelernt – und sogar eine Hausaufgabe bekommen. „Das ist für die Kinder sehr wichtig. Sie sind stolz, jetzt endlich zur Schule gehen zu dürfen, und da gehört es schließlich dazu, etwas zu lernen“, sagt Stahl. Abschließend haben die Kinder noch Luftballons mit ihren Wünschen steigen lassen.

In der Gemeinschaftsgrundschule sind die ersten und zweiten Klassen gemischt, so dass jeder der Neuen einen Paten an die Seite bekommen hat. Das erleichtere den Einstieg für die Kinder, wenn sie eine Bezugsperson haben, sagt Stahl. Insgesamt werden 118 Kinder in zehn Klassen eingeschult, 43 davon am Standort Hans-Schlehahn-Straße.

Die Kinder lassen Ballons mit ihren Wünschen zum Schulstart steigen. Gefeiert wird später im Kreis der Familie. Foto: Miserius, Uwe (umi)

Einer der 43 Neuen ist Oskar Hammer. Seine Schultüte hat seine Mutter mit einigen Ninjas versehen, zudem prangt groß sein Name drauf. „Ich freue mich, dass ich Lesen und Schreiben lerne“, sagt er. Dass er während der Einschulung eine Maske tragen muss und dass ein gewisser Abstand zu den anderen Kindern eingehalten wird, scheint ihm nicht viel auszumachen. Da überwiegt die Freude, endlich in die Schule zu gehen. „Ich finde es schon etwas traurig, dass er unter diesen Umständen eingeschult wird“, sagt Mutter Olivia Hammer. „Wenn wir als Eltern allerdings gar nicht dabei sein könnten, wäre es noch schlimmer“, fügt sie hinzu. Nach der guten Stunde an der Schule gab es für Oskar noch eine kleine Feier zu Hause.

Viele seiner neuen Mitschüler kennt er noch nicht. „Da mache ich mir aber keine Sorgen“, sagt Mama Olivia, „Oskar findet schnell neue Freunde.“ Mit dieser coolen Schultüte auf jeden Fall.